Aktion: Ein Weg für Heribert Fieber
26.07.2010 von Inken Wanzek
Heribert Fieber hat sich als Betriebsratsvorsitzender, insbesondere im Stellenabbau 2002/2003, für die Kolleginnen und Kollegen des Standorts Siemens Hofmannstraße vorbildlich und mit viel Zivilcourage eingesetzt.
Ein Kollege, damals selbst vom Stellenabbau betroffen und heute Betriebsrat bei Siemens SEN, hatte die wunderschöne Idee, einen Geh- und Radweg nach Heribert Fieber, der auf dem ehemaligen Siemens-Gelände der Hofmannstraße liegt, durch die Landeshauptstadt München benennen zu lassen.
Um dies verwirklichen zu können, haben wir eine Unterschriftenaktion gestartet, um dem Münchner Oberbürgermeister Ude zu belegen, dass die damals Betroffenen und viele, die Heribert Fieber schätzen gelernt haben, hinter dieser Bitte stehen.
Es würde uns freuen, wenn ihr diese Idee zahlreich unterstützt, denn wir finden, Heribert Fieber hat diese Anerkennung verdient und ein Weg mit seinem Namen hilft, die Erinnerung an sein vorbildliches Tun für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer lebendig zu halten.
Im pfd-Dokument „Ein Weg für Heribert Fieber“ findet ihr die Unterschriftenliste.
Bitte schickt diese mit möglichst vielen Unterschriften bis Ende September an die dort angegebene Adresse zurück.
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Nachruf Heribert Fieber
19.07.2010 von Inken Wanzek
Heribert Fieber ist am Freitag, den 16. Juli 2010 in München verstorben.
Er ist 66 Jahre alt geworden. Heribert ist nach schwerer und unheilbarer Krankheit friedlich eingeschlafen. Seine Familie war bei ihm. Sein Wunsch nach einem sanften Tod ist ihm erfüllt worden.
Er ging mit seiner Krankheit im Freundeskreis sehr offen um, setzte sich, so wie man ihn kannte, damit bewusst auseinander. Er nahm seine Krankheit an und lebte das letzte halbe Jahr sehr bewusst und war bis zuletzt aktiv. Aus dieser aktiven Auseinandersetzung mit seiner Krankheit, mit sich selbst und der Fortsetzung seines Tuns sowie aus zahllosen Gesprächen mit seinen Freunden zog er die Kraft und eine bewundernswerte psychische Stabilität, eine, die er immer hatte, wenn es schwere Auseinandersetzungen zu führen gab.
Ich konnte und durfte ihn auf seinem Weg von Bekanntgabe der Diagnose bis zu seinem Tod begleiten, habe ihm aber versprechen müssen, niemandem von seiner Krankheit zu erzählen, woran ich mich selbstverständlich gehalten habe. Er wollte selbst bestimmen, wem er es erzählte und wem nicht. Er wollte kein Mitleid und Bedauern, sondern Freundschaft, die sich gegenseitig hilft.
Für viele wäre das Leben ohne Heribert Fieber anders verlaufen und die wohl meisten wissen das. Wer ihm danken will, möge durch sein eigenes Verhalten, seine Lehre forttragen und die Welt durch seinen persönlichen Einsatz in seinem persönlichen Umfeld ein Stück besser machen.
Im Mittelpunkt seines Lebens stand die gewerkschaftliche Arbeit. Seine jahrzehntelange Betriebsratsarbeit war erfüllt von Engagement für „seine Belegschaft“, wie er oft sagte, mit Mut, tiefen Wissen und sicherem Handeln in unsicheren Zeiten. Er gab nie auf, suchte immer nach neuen Wegen, wenn alte nicht zum Ziel führten. Mit diesem seinem Tun, das weit über gewerkschaftliche Arbeit hinausging, wird er uns allen ein Vorbild bleiben.
Sein Tun, seine Worte, Gedanken und Bilder werden allen, die ihn wirklich kannten und verstanden haben, immer in Erinnerung bleiben. Er hat vielen Menschen geholfen und Hoffnung gegeben. Heribert hat die Werte, von denen er gesprochen hat, täglich gelebt. Er hat sich diese nie nehmen lassen, auch dann nicht, wenn dies gravierende Nachteile für ihn bedeutete.
Menschlichkeit und Menschenwürde, verbunden mit dem Bewusstsein, dass die Welt sich nur zum Besseren ändern wird, wenn die Menschen in gegenseitiger Achtung im Großen wie im Kleinen um Gerechtigkeit und Menschlichkeit ringen, waren das Fundament seines Lebens. Diese Festigkeit ließ ihn Dinge tun, die andere Menschen nicht vollbringen können. Die Krönung seines gewerkschaftlichen und betriebsrätlichen Tuns, das sein Leben erfüllte, war der Arbeitskampf 2003 in der Münchner Hofmannstraße. Viele Menschen haben ihm sehr viel zu verdanken.
Er sah, wie er mir sagte, sein Leben als erfüllt an. Er wollte dieses Leben führen und kein anderes.
Ich habe mit ihm einen sehr guten Freund verloren. Heribert wird fehlen, aber sein Tun wird weiter wirken und Früchte tragen.
Inken Wanzek
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Das Leben ist Veränderung
14.06.2010 von Inken Wanzek / Christine Rosenboom
Acht Jahre lang haben wir die NCI-Homepage www.nci-net.de gepflegt, Artikel über das aktuelle Geschehen geschrieben, viele Informationen und Hilfestellungen zu arbeitsrechtlichen Themen zusammengestellt. Mit unserer Arbeit und unserem Wissen, das wir ehrenamtlich der Belegschaft von Siemens, NSN, SEN, aber auch anderen Betrieben bereitgestellt haben, wollten wir erreichen, dass Arbeitnehmer mündig und eigenverantwortlich an ihrem Arbeitsplatz handeln können. Dies geht nach unser Überzeugung nur, wenn Arbeitnehmer ihre Rechte kennen, wissen, wo und wie sie sich wehren können. Dieses Ziel haben wir erreicht. Viele Mitarbeiter gehen selbstbewusst mit den alltäglichen Dingen des modernen Arbeitslebens um und nutzen die Informationen auf unserer Homepage, um sich dort zu wehren, wo es notwendig ist.
Acht Jahre sind eine lange Zeit. In diesen Jahren hat sich einiges verändert, auch für uns, so dass es für uns nun endgültig an der Zeit ist, die Arbeit auf der NCI-Homepage zu beenden. Änderungen in unserer eigenen Lebenssituation erfordern es, die zeitaufwändige Arbeit, die häufig gegen erheblichen Widerstand durchgeführt werden musste, zu beenden.
Was ist der nächste Schritt – für euch, die Belegschaft, die es gewohnt ist, ein tägliches Nachrichtenmagazin zu haben? Der nächste Schritt wäre Eigenverantwortung verbunden mit Eigeninitiative zu übernehmen. Die dazu erforderlichen Informationen haben wir euch über die Jahre in vielen „Praxistests“ bereitgestellt und ihr habt vieles angewendet. Damit dies weiter gehen kann, haben wir mit unseren Partnern bei Netzwerk IT gesprochen. NetzwerkIT stellt eine Plattform zur Verfügung, auf der interessierte Mitarbeiter über das Geschehen in ihrem Betrieb berichten und diskutieren können. Hier kann der NSN-Blog von euch allen fortgesetzt werden und ihr könnt die Öffentlichkeit herstellen, die leider oftmals nötig ist, um berechtigte Forderungen durchzusetzen.
Die Homepage www.nci-net.de bleibt als Nachschlagewerk unverändert erhalten.
Eigenverantwortung und Eigeninitiative bestimmt die Art und die Qualität des Lebens. Daher möchten wir mit den Worten von Emanuel Kant schließen:
„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmüdigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbst verschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.
Habe Mut, dich deines Verstandes zu bedienen!“
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Siemens legt Schritte im Falle von Personalabbau fest
04.06.2010 von Inken Wanzek
Die Siemens AG hat in einem Papier vom 08.09.2009 festgelegt wie Stellenabbau in ihren Reihen vonstatten gehen soll.
Hauptziel sei, wie es in dem Schreiben heißt, in Deutschland betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. Dieser Ansatz dürfte dem deutschen Kündigungsschutzgesetz zu verdanken sein, nach dem soziale Kriterien zu beachten sind. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen vorrangig Maßnahmen zur Vermeidung von Personalabbau ergriffen werden, heißt es weiter.
Tags: Namenslisten, Richtlinien, Stellenabbau
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NSN: Kurzarbeit
25.05.2010 von Inken Wanzek
Berlin
Nach dem Willen der Bereichsleitung in Berlin soll die Kurzarbeit im Bereich BSO CBC RD umgestellt werden. Die Einsparungsziele müssen aber erhalten bleiben. Dieses Konzept stellte die Betriebsleitung dem Betriebsrat vor kurzem vor:
Bei CBC RD soll in Zukunft kein Mitarbeiter mehr in Kurzarbeit Null sein. Geplant ist, die Abteilungen mit wenig Arbeit zu identifizieren und diese dann komplett in Kurzarbeit zu schicken, d.h. bei RD nimmt man Abstand von dem unglückseligen und demotivierenden Fingerpointing, was zudem die Mitarbeiter aus den Projekten reißt und eine spätere Einarbeitungsphase erforderlich macht.
Die betroffenen Mitarbeiter werden dann an drei Tagen arbeiten und an zwei Tagen in Kurzarbeit gehen. Dies sind allerdings keine harten Vorgaben, sondern der Anteil an Kurzarbeit richtet sich nach dem Arbeitsanfall. Damit wird die Einsparlast in den betroffenen Abteilungen gerechterweise auf allen Schultern gleichmäßig verteilt. RD geht also hier mit gutem Beispiel voran.
München
Tags: Berlin, Kurzarbeit, München
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NSN rechnet mit schwierigem Halbjahr in Südeuropa
23.05.2010 von Inken Wanzek
Wegen der Schuldenkrise vor allem den südlichen Ländern erwartet Nokia Siemens Networks Stornierungen von Aufträgen. Die Schuldenkrise und das dadurch gesenkte Länderrating führt zu höheren Risikoaufschlägen, die die Finanzierungen von Geschäften verteuern.
Tags: Geschäftsentwicklung, Umsatz
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Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Siemens
21.05.2010 von Inken Wanzek
Kaum ist die Schmiergeldaffäre vorbei, ermittelt nach Informationen des Spiegels erneut die Staatsanwaltschaft München gegen Siemens. Der Konzern steht im Verdacht, die Bundesagentur für Arbeit betrogen zu haben.
Siemens hatte vor vier Jahren angekündigt, eine Schulungsabteilung seines IT-Dienstleisters SBS (heute SIS) aufzulösen. Den Mitarbeitern wurden Aufhebungsverträge mit Abfindungen und der Eintritt in eine Beschäftigungsgesellschaft angeboten. Dann aber entschied die damalige SBS-Leitung, die Schulungsabteilung in eine andere Einheit einzugliedern und den Schulungsbetrieb mit einem Teil der Mitarbeiter fortzuführen.
Tags: Betrugsversuch, Ermittlungen
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NSN verkauft Radio Access Support in Italien
18.05.2010 von Inken Wanzek
NSN Italien hat einen Vertrag über den Verkauf von Radio Access (Cinisello Balsamo, Mailand) an Value Team SpA, ein IT Dienstleister und Lösungsanbieter der Value Partners Group, unterzeichnet. Von der Ausgliederung betroffen sind 183 Mitarbeiter.
Tags: Italien, Radio Access
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SIS SDE Österreich
18.05.2010 von Inken Wanzek
Seit letztem Sommer haben insgesamt 608 Mitarbeiter das in einem Sozialplan festgeschrieben Abfindungsangebot angenommen und die SIS SDE Österreich verlassen. Ziel war es 632 Mitarbeiter abzubauen. Nach Angaben des des Vorstands sei die Restrukturierung der SIS SDE Österreich damit abgeschlossen. Wir fügen hinzu: Bis zur nächsten Abbauwelle.
Tags: Österreich, Stellenabbau
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Rücktritt vom Betriebsratsamt erklärt
17.05.2010 von Christine Rosenboom
Heute Morgen habe ich nach reiflichen Überlegungen und Gesprächen mit Freunden dem Betriebsratsvorsitzenden des Betriebs NSN Martinstraße meinen Rücktritt vom Betriebsratsamt erklärt.
Ich war mit dem Anspruch zur Wahl angetreten, mein rechtliches Know-How in den Betriebsrat einzubringen und mitzuhelfen, einen starken Betriebsrat zu bilden, in dem NCI- und IGM-Mitglieder im Interesse der Belegschaft zusammenarbeiten. Weiter habe ich euch im Wahlkampf für das Betriebsratsamt versprochen, euch auf der NCI-Homepage über das Geschehen im Betrieb zu informieren und euch über eure Handlungsmöglichkeiten aufzuklären, so wie wir das bereits jahrelang vor dieser BR-Wahl getan haben. Der Name NCI steht für diese Offenheit. Ich wollte nie ein Betriebsrat sein, der der Belegschaft das, was für sie wichtig ist, vorenthält.
Tags: Betriebsrat, Rücktritt
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