Ist die Euro-Zone stabil?

08.02.2009 von Inken Wanzek

Staatspleiten undenkbar? In Brüssel und anderswo wird darüber nachgedacht und das nicht von ungefähr. Die Bankenkrise zog bereits Island in den Abgrund, im Oktober 2008 wurde Ungarn mit 20 Milliarden Euro durch EU und IWF gestützt, in der Ukraine rumort es, Lettland musste bereits gestützt werden. Das britische Pfund sinkt. Die Frage: Können Pleiten auch EU-Länder treffen und wenn ja, wie geht man damit um, ist also nicht abwegig. Heiße Kandidaten sind: Spanien, Irland, Griechenland und Portugal.

“Das Auseinanderbrechen der Euro-Zone ist eines der heißesten Themen an den Märkten”, sagt Aurelio Maccario, Volkswirt bei der italienischen Bank UniCredit.

Rating Agenturen stufen die Euro-Länder entsprechend ihrer Kreditwürdigkeit ein. Eine  schlechte Einstufung hat Folgen. Diese Länder müssen für ihre Schulden immer mehr Zinsen zahlen, und es besteht die Gefahr, dass ihnen niemand mehr ihre Anleihen abnimmt. So muss beispielsweise Griechenland fast drei Prozent mehr für Kredite bezahlen als Deutschland. Die Pleite Griechenlands wird in Fachkreisen als ebenso wahrscheinlich angesehen wie die der maroden Großbank City Group.

Begriffe:

Anleihe: Mit einer Anleihe borgt sich ein Staat oder Unternehmen gegen Zahlung von Zinsen Geld von der Öffentlichkeit, statt es von Banken zu beziehen. Beispiele sind: Bundesschatzbriefe, Bundesobligationen etc.


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