Bewertung der Kreditwürdigkeit der Länder

09.02.2009 von Inken Wanzek

Die Antwort auf die Frage “Wie kreditwürdig sind die einzelnen Euro-Länder?” wird stark von den drei großen Rating Agenturen Moody’s,  Standard & Poor’s und Fitch geprägt, die sich den Rating-Markt fast untereinander aufteilen.

Bewertet werden die Länder mit “AAA” bis “D”. Ein Land mit Kreditwürdigkeit “AAA” gilt als sehr liquide, eine Investition in ihre Staatsanleihen gilt als relativ risikolos. Das “D” steht für Zahlungsunfähigkeit.

So bewertete Standard & Poor’s (Stand 31.1.09) die Länder Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Niederlande und Österreich mit der Bestnote “AAA”. Irland erhielt ebenfalls “AAA”, jedoch mit dem Zusatz “Negativer Ausblick”. Belgien und Spanien wurden mit “AA+” bewertet, wobei Spanien inzwischen abgewertet wurde. Slowenien erhielt die Note “AA”. Die Slowakei, Portugal und Italien erhielten dagegen nur die Note “A+”. Griechenland bildet mit “A-” das Schlusslicht und wurde ebenfalls inzwischen weiter abgewertet.

Doch wie zuverlässig sind diese Bewertungen? Immerhin wirken sie sich stark auf die Länder aus. Je schlechter ein Land bewertetet wird, desto höhere Zinsen muss es für seine durch Staatsanleihen finanzierten Kredite zahlen. Dies führt inzwischen zu großen Unterschieden im Euro-Raum.

Rating Agenturen stehen seit der Finanzkrise unter Druck, denn sie hätten, so der Vorwurf, hochriskante Finanzprodukte und angeschlagene Unternehmen mit besten Ratings versehen. Beispielsweise hatte die Agentur Fitch noch am Morgen des Zusammenbruchs, die Bank Lehman Brothers mit der drittbesten Note “A+” bewertet.


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