Folgen von Ausspähaktionen für die Unternehmen

11.02.2009 von Christine Rosenboom

Tatsache ist, dass Nokia bereits zweimal illegal die E-Mails der Mitarbeiter ausgespäht hat. Siemens schreckte nicht davor zurück, selbst den E-Mail-Verkehr zwischen Betriebsrat und dessen Anwälten auszuspionieren. Auch im Fall der Deutschen Telekom und offensichtlich in großem Stil bei der Deutschen Bahn wusste das Management, dass eine solche Ausspähung illegal ist. Sie taten es trotzdem.

Auch wenn einem Unternehmen das Gesetz nicht passt, solange es in Kraft ist, muss es beachtet werden. Das ist keine Frage, das ist ein Muss, ansonsten endet unsere Gesellschaft in der Anarchie.

Welcher Schaden entsteht durch solches Managementverhalten? Man denke nur an den Effekt, den der Generalverdacht, unter den das Management seine Mitarbeiter stellt, auf diese hat. Wie kann jemand, der seinen Mitarbeitern derart klar signalisiert, dass er ihnen misstraut, umgekehrt erwarten, dass die Mitarbeiter ihm Vertrauen? Wie kann er erwarten, dass die Mitarbeiter Loyalität zum Unternehmen entwickeln? Durch gegenseitiges Misstrauen wird ein Arbeitsklima, eine Atmosphäre erzeugt, die Geheimnisverrat begünstigt.

Darüber hinaus entsteht ein gewaltiger Imageschaden für das Unternehmen, wenn die Öffentlichkeit von solchen illegalen Praktiken erfährt. Beispielsweise verlor der Discounter LIDL 40% seiner Kunden, nachdem die Art und Weise bekannt geworden war, wie das Management seine Mitarbeiter ausspioniert hatte. Allein die Strafzahlungen die Siemens aufgrund der Schmiergeldaffäre leisten musste, betrug 1,2 Milliarden Euros. Der Imageschaden für den Siemens-Konzern war enorm. Wenn man dann noch überlegt, welches persönliche Desaster diese Affäre für das Ex-Siemens Management nach sich zog, sollte man (Manager) sich vielleicht doch überlegen, ob man sich nicht lieber an die geltenden Gesetze halten will.


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