Schnüffelsoftware auf Zehntausenden Bürorechnern

28.02.2009 von Christine Rosenboom

Nach Informationen von Spiegel-online stellt der US-amerikanische Konzern Honeywell seine 130.000 Mitarbeiter unter Generalverdacht und installierte auf nahezu allen Rechnern des Unternehmens die Spionagesoftware EnCase. Auch auf den Rechnern der deutschen Mitarbeiter ist die Software zu finden.

Das Softwareprodukt EnCase, das von Guidance Software vertrieben wird, erlaubt es “schnell und kosteneffektiv” an Informationen zu kommen. An Informationen aus den Computern nicht nur von Straftätern, sondern auch von Angestellten, die ihren Vorgesetzten nicht geheuer sind. Guidance Software wirbt damit, EnCase ermögliche den Aufbau von “Ermittlungs-Infrastrukturen für Unternehmen”. Im Falle von “Problemen mit der Mitarbeiter-Integrität” erlaube die Software unmittelbare Nachforschungen, “ohne die Ziele zu warnen”. Was geht in diesen Managern vor?

EnCase kann in kürzester Zeit den Inhalt der kompletten Festplatte des angezapften Rechners auf einen zentralen Server kopieren und als Beweismittel sichern. Das Programm, das auch von deutschen Sicherheitsbehörden und dem FBI bei der Verbrechensbekämpfung benutzt wird, ist zudem in der Lage, bereits gelöschte Dateien wieder sichtbar zu machen.

In Deutschland verstößt der Einsatz solcher Software gegen den Datenschutz und greift in unzulässiger Weise in die Persönlichkeitsrechte der Mitarbeiter ein. Deutsche Arbeitnehmervertreter wollen nun vom Arbeitsgericht Offenbach klären lassen, ob Honeywell durch die EnCase-Installation Mitbestimmungsrechte verletzt hat.

Honeywell behauptet, man habe EnCase in Deutschland bisher nicht aktiviert. Wie glaubhaft ist eine solche Aussage?


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