Versicherungsschutz durch Umweg riskiert

11.03.2009 von Inken Wanzek

Auf dem Heimweg von der Arbeit tanken? Warum nicht denken viele.  Doch Vorsicht, wenn die Tankstelle nicht auf dem kürzersten Weg von der Arbeit nach Hause liegt. Dann läuft man bei einem Unfall Gefahr seinen Versicherungsschutz zu riskieren.

Eine 26-jährige Frau war auf dem Weg zur Arbeit mit ihrem Auto verunglückt. Weil sie nicht den direkten Weg gefahren war, lehnte die Berufsgenossenschaft die Anerkennung als Arbeitsunfall ab. Der Unfall habe sich nicht auf dem versicherten Weg ereignet. Die Sozialrichter in Darmstadt bestätigten diese Ansicht.

Die Begründung des LSG Darmstadt:

Ein vom Versicherten eingeschlagener Weg, der nicht nur unbedeutend länger ist als der kürzeste Weg, ist als unmittelbarer Weg anzusehen, wenn der Versicherte aus objektiv nachvollziehbaren betriebsbezogenen Gegebenheiten vom an sich kürzesten Weg abweicht, z.B. um eine verkehrstechnisch schlechte Wegstrecke zu umgehen oder eine weniger verkehrsreiche oder schneller befahrbare Straße zu benutzen. Kein Versicherungsschutz besteht, wenn der längere Weg wesentlich allein aus eigenwirtschaftlichen Gründen eingeschlagen wird. Lässt sich nicht feststellen, ob der Umweg im inneren Zusammenhang mit dem Weg nach dem Ort der Tätigkeit stand, besteht kein Versicherungsschutz.

Die Arbeitnehmer sind damit zwar nicht nur auf dem kürzesten Weg zur Arbeit versichert. Aber für den Umweg müsse es nachvollziehbare, betriebsbezogene Gründe geben. Tanken gehört nach diesem Urteil nicht dazu.

LSG Darmstadt vom 20. Mai 2008 – L 3 U 195/07. Vergleiche auch Urteil des Bundessozialgerichts -BSG- vom 11. September 2001, Az.: B 2 U 34/00 R


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