NSN: Versetzung – Fahrzeit

12.03.2009 von Inken Wanzek

Mitarbeiter fragen sich, welche Fahrzeit ist als zumutbar anzusehen. Die Zumutbarkeit, die für Hartz IV-Empfänger gilt, ist nicht zugrunde zu legen.

Man kann sich an der Auslegung im Erfurter Kommentar zum Arbeitsrecht orientieren, der die Zumutbarkeit bei Wegfall des Arbeitsplatzes im Rahmen einer Weiterbeschäftiung definiert hat. Hier heißt es:

“Fällt der Arbeitsplatz des AN weg, ist eine Weiterbeschäftigung beim bisherigen AG an einem anderen Arbeitsort auch bei einer längeren Fahrzeit von ca. 2 Std. je Hin- und Rückfahrt bei sonst unveränderten Arbeitsbedingungen noch zumutbar”

(LAG K 21. 6. 2005 NZA-RR 2006, 14, Erfurter Kommentar zum Arbeitsrecht, 8. Auflage 2008, Rn 97)”

Die Fahrzeit mit der Bahn zwischen München Hauptbahnhof und Ulm Hauptbahnhof liegt durchschnittlich zwischen 1 1/2 und zwei Stunden, hinzuzurechnen ist noch der Weg von zu Hause zu Bahnhof bzw. Arbeitsstätte. Damit dürften die meisten Mitarbeiter eine Fahrzeit deutlich über zwei Stunden haben, welche nicht mehr zumutbar ist. Der Arbeitsplatz, auf den versetzt werden soll, ist daher kein zumutbarer Arbeitsplatz.

Auch mit diesem Grund kann der Versetzung widersprochen werden. Die tatsächliche Fahrzeit sollte mit angegeben werden.


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