NSN: Abfindung ohne Eintritt in die beE

16.03.2009 von Inken Wanzek / Christine Rosenboom

Phase 1 bis zum 30.6.2009: Entscheidet sich der Mitarbeiter bis zum 30.6.2009 mit Austritt zum 30.9.2009, dann erhöht sich der individuelle Faktor um 0,3 Punkte. Unser Beispiel-Arbeitnehmer würde dann eine Abfindung von 110.400 Euro erhalten.

Phase 2 ab 1.7.2009 bis 30.6.2012: Unser Beispiel-Mitarbeiter erhält nur noch 74.400 Euro Abfindung, wenn er NSN verlässt, ohne die beE in Anspruch zu nehmen.

Es ist absolut unverständlich, warum jemand, der die beE nicht in Anspruch nimmt, weniger Abfindung bekommt als jemand, der in die beE geht und dort auch noch drei Jahre lang das beE-Gehalt bekommt. Diese Regelung ist schlecht für die Mitarbeiter und für den Arbeitgeber. Die höhere Abfindung bekommt man daher nur, wenn man in die beE geht und diese sofort wieder verlässt. Der einzige Grund für diese Abfindungsregelung kann nur sein, dass Siemens mit seinem neuen Geschäftsmodell beE die Vermittlungsquote schönen will. Daher: glaub keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.


3 Kommentare

  • bt

    “Die höhere Abfindung bekommt man daher nur, wenn man in die beE geht und diese sofort wieder verlässt”: Stimmt nicht. Die höhere Abfindung bekommt man, wenn man sich bis 30.6. entscheidet, zum 1.7. oder 1.10. in die beE zu gehen (unabhängig davon wie lange man drin bleibt); die Septemberfrist ist nur für Aufhebungsverträge ohne beE relevant. Ziel des AG ist halt, dass alle im Oktober den Betrieb verlassen haben sollen, entweder ganz raus aus der Firma oder wenigstens in die beE.
    “Der einzige Grund für diese Abfindungsregelung kann nur sein, dass Siemens mit seinem neuen Geschäftsmodell beE die Vermittlungsquote schönen will”: Nein, m.E. ist der Hintergrund, dass NSN für eventuelle Kündigungen vorbauen will; das NSN-Management befürchtet wohl, dann könnte eine Einigungsstelle einen Sozialplan mit den gleichen Abfindungen vorschreiben, und sorgt mit diesem ulkigen Konstrukt dafür, dass dann maximal die Abfindung eines Aufhebungsvertrags ohne beE ohne besagte 0,3-Punkte-Erhöhung anfällt. Ist ein wenig hintenherum, aber ich bin mir sicher dass das der Hauptgrund für diese Konstruktion ist, ein Vorbauen um bei Kündigungen weniger zahlen zu müssen.

  • iw

    Dieser Artikel behandelt den Fall: Aufhebungsvertrag ohne Eintritt in die beE. Die Überschrift ist schlecht gewählt, ändern wir. Trotzdem bleibt die Aussage richtig.

    Für Abfindung ohne Eintritt in die beE und Abfindung mit Eintritt in die beE ist die Berechnungsformel gleich:
    (BJE:13) x (Dienstmonate:12) x ind. Faktor

    Nur der individuelle Faktor unterscheidet sich in der Größe. Nach Tabelle für diesen ergibt sich:

    Phase 1: Ind.Faktor für beE: 0,8+0,3=1,1
    Phase 1: Ind.Faktor ohne beE: 0,62+0,3=0,92
    => Abfindung in beE größer als ohne beE

    Phase 2: Ind.Faktor für beE: 0,8
    Phase 2: Ind.Faktor ohne beE: 0,62
    => Abfindung in beE größer als ohne beE

    Wir konnten es auch erst nicht glauben, aber es ist doch schön für die Mitarbeiter, da die meisten, wenn sie sich für ein Angebot entscheiden, wohl die beE wählen werden. Soll Siemens doch seine Statistik bekommen. Ich gehe mal nicht davon aus, dass die Tabellen für die Individuellen Faktoren vertauscht wurden. Wenn doch, Pech für NSN. Der BR sollte hier keiner Änderung zustimmen. Die Salvatorische Klausel schlägt nicht zu, da die Regelung nicht unwirksam ist.

  • iw

    Klärung der Missverständnisse im Artikel “NSN: Abfindung – Korrektur”

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