NSN: Ringtausch – Befürchtungen

21.03.2009 von Inken Wanzek

Wie schon im untenstehenden Beitrag angedeutet, befürchten Mitarbeiter (MA T), die über Ringtausch eines der Sozialplanangebote annehmen wollen, Nachteile, wenn ihr Chef damit nicht einverstanden ist. “Man ist verbrannt”, fürchten sie. Sie würden sich daher ein anderes Vorgehen wünschen:

Das Gespräch zwischen MA T  und dem Vorgesetzten sollte erst dann erfolgen, wenn ein wechselwilliger Mitarbeiter (MA W) gefunden ist, dessen Profil passt. Damit würde das “outen” nur dann eintreten, wenn eine realistische Chance für den Deal besteht.

Doch auch mit der bestehenden Vereinbarung kann man neue Wege beschreiten:

Eine Möglichkeit wäre, der Betriebsrat Mch H gibt trennungswilligen Mitarbeitern (MA T) Auskunft darüber, ob überhaupt Profile von MA W vorliegen, auf die MA T passen würde. Es ist davon auszugehen, dass sich wechselwillige MA W bald vollständig beim BR Mch H gemeldet haben. Der Vergleich würde also funktionieren.

Wenn keine passenden Profile  vorliegen, kann MA T sich das Gespräch mit dem Chef und das Zusenden des Profils an die Placement Abteilung sparen. Er ist nicht “verbrannt”.

Liegt ein passendes Profil vor, darf der Betriebsrat aus Datenschutzgründen den Namen von MA W und Details natürlich nicht herausgeben, aber er kann dann einfach mal bei MA W anrufen und ihn fragen, ob er mit MA T Kontakt aufnehmen möchte. Dann ist der Kontakt hergestellt und dem Datenschutz genüge getan.

MA W und MA T könnten dann, ohne, dass der Chef von MA T oder die Placement Abteilung was mitbekommt, prüfen, ob die Profile austauschbar sind. Kommen beide überein, dass der Deal aufgrund der Anforderungsprofile klappen könnte, kann MA T das offizielle Procedere beschreiten. Auch ein Vorstellungsgespräch wäre erfolgreicher, wenn MA W im Vorfeld weiß, wie die Arbeit konkret aussieht, was er wissen muss und was nicht, wo er ggf. eine Weiterbildung braucht.  Auch der BR Mch H könnte, da er von beiden weiß, besser unterstützen.Das ginge, es braucht keine neue Vereinbarung. Es fiele unter die Beratungstätigkeit des Betriebsrats.

Eine weitere, ergänzende Möglichkeit wäre – aber dazu würde es gute Vorgesetzte brauchen – in einer Abteilungsversammlung das Thema Ringtausch zu diskutieren. Der Chef könnte seine Einstellung dazu bekannt geben, sagen ob er grundsätzlich nicht blockiert, weil jeder seine Chance wahrnehmen können muss oder ob er das dann individuell regeln möchte. Er könnte auch die Angst vor dem “Verbranntsein” nehmen.

Versucht es!


2 Kommentare

  • bt

    Das sind ganz gute Ideen.
    “Eine Möglichkeit wäre, der Betriebsrat Mch H gibt trennungswilligen Mitarbeitern (MA T) Auskunft darüber, ob überhaupt Profile von MA W vorliegen, auf die MA T passen würde”: Können wir möglicherweise machen; bisher liegen uns aber ulkigerweise viel mehr Trennungswilligen-Meldungen als Wechselwilligen-Meldungen vor, von daher funktioniert das heute noch nicht. Aber vielleicht bald.

    Die Idee, fallweise auch mal direkt mögliche Paarungen auszumachen und die Kandidaten direkt miteinander vorklären zu lassen, haben wir in ersten Fällen schon praktiziert; das geht aber nicht immer, hängt halt von unseren Kenntnissen ab.

    Was die Chefs anbetrifft, da gibt es halt immer solche-und-solche. Martinstraßen-Chefs haben sich tlw. (mehrere schon) von sich aus bei uns gemeldet, dass sie den Ringtausch mit ihren trennungswilligen Mitarbeitern unterstützen würden und um Lebensläufe Wechselwilliger bitten – auch wenn das bisher eher Einzelfälle sind, aber es zeigt doch, dass es geht, wenn man nur will…

  • iw

    sehr gut! :-)

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