NSN: Ringtausch – Procedere

21.03.2009 von Inken Wanzek

Mitarbeiter W (wechselwillig) hat in Mch H ein Angebot aus dem IA/SP erhalten. Da er es sich nicht leisten kann, dieses anzunehmen, möchte er gerne den Mitarbeiter T (trennungswillig) finden, der ihm seinen Arbeitsplatz überlässt und an seiner Stelle in die beE geht, einen Aufhebungsvertrag annimmt oder über VB usw. aus der Firma ausscheidet.

Offiziell geht das so:

1. MA W schickt seinen Lebenslauf an das Placement-Team und an den Betriebsrat Mch H. Zusätzlich sollte MA W sein Profil in suchmaschine-fähige Stichworte fassen, damit der BR-Mch H und auch das Placement-Team einfacher die Profile vergleichen können. Qualifikation per Suchmaschine.

Dabei sollte MA W auch angeben, ob er bereit wäre nach Ulm zu gehen. Soweit wir wissen gibt es Mitarbeiter, die nach Ulm versetzt werden sollen, das nicht möchten, und gerne ein Angebot aus dem IA/SP aus Mch H hätten.

Doch MA W sollte sich Gedanken darüber machen, wie hoch er die Überlebenschancen des  Standorts Ulm einschätzt. Es empfiehlt sich, einfach mal beim dortigen Betriebsrat anzurufen. Aber auch hier gilt: Ulm ist ein Arbeitsplatz und wenn der Betrieb Ulm schließt oder dort Entlassungen anstehen, wird es wieder einen IA/SP geben, mit beE, Abfindung, VB. Und man ist mal wieder ein zwei Jahre älter geworden und damit näher an der Rente. Herrlich wie man heute als Arbeitnehmer denken muss. Doch das nur nebenbei.

Dann muss MA W warten.

2. MA T, der der gehen möchte und blöderweise zurzeit gerade am falschen Ort sitzt,  muss sich als erstes gegenüber seinem Chef outen.

Das erste Problem, das auftaucht, wer ist der Chef? Der finnische, der von all dem wahrscheinlich gar nichts versteht? Oder gibt es einen deutschen Ansprechpartner. Rechtlich muss es diesen geben. Es ist die Person, die die Personalverantwortung trägt.

MA T muss mit dem Chef sprechen, ihn fragen, ob er damit einverstanden ist, dass er potenziell wechseln möchte. In der Regel kennt MA T zu diesem Zeitpunkt noch niemanden, der ihm sein Angebot abtreten will.

Sagt der Chef nein, hat MA T Pech gehabt, denn der Chef hat, wie sollte es anders sein, ein Vetorecht. MA T muss nun warten bis in seinem Betrieb abgebaut wird und es dann dort einen IA/SP geben wird. Nun die Wahrscheinlichkeit, dass dies eintritt, ist nicht so gering.

Das zweite Problem: Mitarbeiter fürchten, wie sie uns mitgeteilt haben, Nachteile zu haben, wenn sie sich trennungswillig gezeigt haben und der Chef “nein”. “Man ist verbrannt”, schreiben sie. Nun, hier kommt es wohl sehr auf den Chef an. Diese sollten sich ihrer Verantwortung als Führungskraft bewusst werden. Diese umfasst auch – ab und zu muss man das sagen, weil es sonst zu leicht in Vergessenheit gerät –  das Wohl des Mitarbeiters.

Sagt der Chef ja, schickt MA T seinen Lebenslauf an das Placement Team und den BR-Mch H (nicht an den eigenen). Ansprechpartner im BR wäre beispielsweise der NCI-BR Bernhard Tröger.  Zusätzlich sollte MA T sein Profil in suchmaschine-fähige Stichworte fassen, damit der BR-Mch H und auch das Placement-Team einfacher die Profile vergleichen können.

So, das wäre geschafft. MA T muss warten – wie MA W.

3. Das Placement Team vergleicht nun die bei ihm eingegangen Mitarbeiterprofile. Passt etwas zusammen, geht der Lebenslauf von MA W an den Chef von MA T. Der Chef kann nun MA W zu einem Vorstellungsgespräch bitten oder dem Placement Team gleich mitteilen, dass MA W nicht in Frage kommt. MA T und MA W bekommen davon erst mal nichts mit.

4. Falls der Chef von MA T zustimmt, müssen MA W und MA T Versetzungsanträge stellen. Da die Betriebsräte zustimmen werden, kann die Versetzung umgesetzt werden. MA T kann nun endlich gehen und MA W weiterarbeiten.

Ihr könnt das alles auch nochmal auf einem Foliensatz des Betriebsrat (Link nur NSN intern erreichbar) anschauen.


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