NSN: Bei Entscheidung – Zeitarbeit bedenken

22.03.2009 von Inken Wanzek / Christine Rosenboom

Ist man arbeitslos oder in der beE, dann wird die Agentur für Arbeit, bzw. das Placement-Team bald auch Jobs außerhalb Münchens, oft bei einer Zeitarbeitsfirma anbieten. Diese Arbeitsplätze kann man nicht beliebig oft ablehnen, ohne eine Kürzung des ALG bzw. des beE-Gehalts zu riskieren. Ist man in Zeitarbeit, dann ist man gezwungen, ständig seinen Einsatzort zu wechseln. Mal Berlin, mal Frankfurt, deutschlandweit. Dies gilt insbesondere für die Älteren, die schwer auf dem Arbeitsmarkt vermittelbar sind. Zeitarbeiter verlieren in Krisenzeiten zuerst ihren Job (Beispiel Opel). Es ist gefährlich, vor dieser Realität die Augen zu verschließen. Deshalb kann ein Umzug nach Greifswald, Ulm, Düsseldorf für den ein oder anderen durchaus eine Alternative sein.


5 Kommentare

  • bt

    Speziell in der beE kann meiner Meinung nach niemand zur Zeitarbeit gezwungen werden, das sieht in der Arbeitslosigkeit nachher schlechter aus, wie eben ganz richtig von Euch beschrieben. Aber in der beE würde ich mich nicht schon zur Zeitarbeit nötigen lassen, mir ist auch noch kein Fall bekannt wo eine Verweigerung der Zeitarbeit aus einer Siemens-/NSN-beE heraus solche Folgen gehabt hätte (was auch ein dicker Klops wäre).
    Aber was Du über einen Umzug z.B. nach Ulm schreibst, stimmt natürlich schon.

  • cr

    Für gewöhnlich enthält der beE-Vertrag einen Passus, beispielsweise wie folgt:
    Stellt die Arbeitsverwaltung wegen mangelnder Mitwirkung des Arbeitsnehmers oder aus sonstigen vom Arbeitnehmer zu vertretenden Gründen die Zahlung von Transferkurzarbeitergeld auch nur zeitweise oder teilweise ein, so hat der Arbeitnehmer keinen Anspruch gegen die […] auf eine Erhöhung des zur Erreichung der Nettoabsicherung zu zahlenden Zuschusses. Vielmehr vermindert sich die dem Arbeitnehmer zu zahlende Nettoabsicherung um genau den Betrag, um den die Arbeitsverwaltung oder sonstige fördernde Stelle Transferkurzarbeitergeld oder andere zugunsten des Arbeitsnehmers gewährte Förderungen und Zuschüsse kürzt.

    Wenn der Arbeitnehmer sich also nicht genügend um eine neue Stelle bemüht, oder zu oft eine angebotene Stelle ablehnt, kann es durchaus zu Kürzungen des beE-Gehalts kommen. Mitarbeiter vergangener beEs wurden verschiedentlich von ihren beE-Betreuern darauf hingewiesen, wenn sie schon länger in der beE waren und Zeitarbeit abgelehnt haben.

  • bt

    Naja, in der beE wurden von übereifrigen Betreuern mitunter alle möglichen finsteren Drohungen ausgesprochen (z.B. wenn man sich nicht eifrig genug bewirbt), aber tatsächlich geschehen ist dann nichts. Ich würde das nicht so eng sehen, alleine schon wegen der beE/vB-Kombipackung: Wer die macht, der bleibt definitiv 3 Jahre in der beE (um anschließend vB zu machen) und sucht wohl kaum einen Job, weder Zeitarbeit noch sonstwas; ich kann mir kaum vorstellen, dass die beE-Macher dem Ärger machen würden, weil er sich nicht bewirbt oder keine Zeitarbeit macht.

    Es gibt aber noch einen interessanten Aspekt bei der ganzen Sache, weil Du gerade von beE-Verträgen schreibst: Tatsache ist, dass es die Vertragstexte noch nicht gibt! Die muss sich der BR natürlich auch noch ganz genau anschauen. Wenn er sie denn nur mal bekommen würde, anscheinend sind die NSN-Juristen noch am Basteln…

  • cr

    Das SGB III kann nicht einfach ausgehebelt werden. Da gilt das.

    Hast du dich von DC anstecken lassen und bist plötzlich ein beE-Fan geworden? :-)

  • bt

    Nein, keine Sorge um meine geistige Gesundheit, der DC-Virus hat mich noch nicht erreicht und wird das wohl auch nicht schaffen, denn ich sehe die beE (und das schon von Anfang an) als wertneutrales Werkzeug. Wie ein Hammer: Nicht das Werkzeug ist gut oder schlecht, sondern das was ich damit mache, und wie ich’s mache. Ich kann nunmal den Hammer nutzen um einen Nagel einzuschlagen, dann ist das prima (insoweit ich mir nicht auf den Fingernagel klopfe), aber ich kann damit auch meinem Nachbarn den dummen Schädel einschlagen, und das sähe der eine oder andere dann vielleicht nicht mehr ganz so positiv; schuld ist dann aber nicht der Hammer.
    So ist das auch mit Transfergesellschaften; z.B. die erste beE 2003 war definitiv nur ein Instrument zur Umgehung einer Sozialauswahl, und DAS war dann die eigentliche Sauerei.

    Zur eigentlichen Frage zurück: Obwohl es die Siemens-beE schon seit nunmehr 6 Jahren gibt (und Zeitarbeit ist ja nun auch nicht gerade etwas Neues), ist mir bisher KEIN einziger Fall bekannt geworden, in dem ein Siemens/NSN-beE’ler irgendwelche Kürzungen um die Ohren bekommen hätte, nur weil er sich geweigert hätte bei einem Zeitarbeitsunternehmen anzuheuern. Deshalb sehe ich ganz pragmatisch auch jetzt diese Gefahr nicht als so groß an.

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