Schelsky aus Haft entlassen

30.06.2009 von Christine Rosenboom

Der ehemalige AUB-Chef Wilhelm Schelsky, durfte am Montagnachmittag das Gefängnis in Nürnberg verlassen.

Schelsky war Ende 2008 wegen Betrugs, Steuerhinterziehung und Beihilfe zur Untreue zu einer viereinhalbjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig, weil Schelsky Revision eingelegt hat. Da Schelsky bereits seit dem 14.02.2007 ohne rechtskräftiges Urteil in Haft saß, war sein Anwalt, Jürgen Lubojanski, gegen die lange Untersuchungshaft vorgegangen. Dadurch, so Lubojanski, würden Schelsky die Möglichkeiten verwehrt, die rechtskräftig verurteilte Häftlinge hätten, um ihre Resozialisierung zu forcieren, wie etwa Freigang oder Ausgang.

Das Oberlandesgericht Nürnberg hat nun dieser Haftbeschwerde stattgegeben. Es sei nicht auszuschließen, dass der ehemalige AUB-Chef in den nächsten Monaten wieder in Haft müsse, wenn die Revision abgelehnt wird, sagte sein Verteidiger weiter.

Schelsky soll zwischen 1990 und 2006 verdeckt mehr als 50 Millionen Euro für den Aufbau der AUB bekommen. Siemens fordert von Schelsky Schadenersatz in Höhe von mehr als drei Millionen Euro. Das Unternehmen hat Klage beim Landgericht Nürnberg-Fürth gegen Schelsky eingereicht und verlangt Schadenersatz in Höhe von mehr als drei Millionen Euro.