Ex-Chef von Siemens Griechenland gesteht

04.07.2009 von Christine Rosenboom

Michael Christoforakos, der frühere Chef von Siemens Griechenland, hat laut Süddeutscher Zeitung bei seiner Vernehmung durch die Münchner Staatsanwaltschaft Schmiergeldzahlungen in Griechenland gestanden. Die Staatsanwaltschaft München hat daraufhin gegen Christoforakos ein Ermittlungsverfahren wegen Bestechung und anderer Vergehen eingeleitet.

Der Deutsch-Grieche hat sich aus gutem Grund bei der deutschen Staatsanwaltschaft selbst belastet. Als bundesdeutscher Staatsbürger würde er möglicherweise, wie schon andere ehemalige Siemens-Manager vor ihm, in München zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt werden. Wegen derselben Delikte könnte er dann in Athen, wo ihm eine lebenslange Haftstrafe drohen würde, nicht noch einmal vor Gericht gestellt werden. Christoforakos ist durch das Geständnis also seinem Ziel, nicht an Griechenland ausgeliefert zu werden, näher gekommen.

Christoforakos weiß viel, nicht nur über Schmiergeldempfänger in seiner Heimat, sondern auch über ehemalige Siemens-Vorstände, die in die Schmiergeldaffäre verwickelt sein sollen. Es ist anzunehmen, dass Christoforoakos zumindest teilweise über ehemalige Top-Manager ausgepackt hat, so die Süddeutsche Zeitung. Warum sonst hätte die Münchner Justiz ein eigenes Verfahren gegen ihn einleiten sollen, statt ihn den Kollegen in Athen zu überlassen?

Nach Informationen der griechischen Zeitung Kathimerini soll Christoforakos Schmiergeldzahlungen an die beiden großen Parteien, die sozialistische Pasok und die konservative Nea Dimokratia zugegeben haben. Die Schatzmeister seien die Empfänger gewesen. Außerdem soll der frühere Chef von Siemens Griechenland eine CD bei Notaren mit der Anweisung hinterlegt haben, diese Informationen nur preiszugeben, wenn ihrem Mandanten in Griechenland etwas zustoße.