Nortel Wireless-Geschäft geht an Ericsson

28.07.2009 von Inken Wanzek

NSN hatte vor über einer Woche eine Presse- und Übernahmeerklärung verbreitet, wonach man sich für einen Preis von 650 Millionen Dollar mit Nortel geeinigt hätte.

Doch offensichtlich hatte NSN übersehen, dass nach den US-Konkursregeln ein unter Chapter 11 operierendes Unternehmen nach einem definitiven Kaufangebot den davon betroffenen Unternehmensteil öffentlich ausschreiben muss. Der Begriff Chapter 11 bezeichnet in der angelsächsischen Finanz- und Rechtssprache die Insolvenz eines Unternehmens. Hinzu kommt, dass, wie berichtet, bereits Ende Juni Zulieferer und Gläubiger Bedenken gegen den Verkauf des Wireless-Geschäfts an Nokia Siemens Networks angemeldet hatten.

Ericsson hat den Bieterwettkampf um das Wireless-Geschäft von Nortel nun gewonnen. Mit einem Preis von 1,13 Milliarden Dollar wurde das ursprüngliche Angebot Nokia-Siemens-Networks (NSN) um mehr als 450 Millionen Dollar überboten. „Wir haben einen fairen Preis geboten und sind nicht bereit diesen Geschäftsbereich von Nortel um jeden Preis zu erwerben“, sagte NSN-Manager Bosco Novak, nach dem der Abschluss zwischen Ericsson und Nortel bekannt wurde. Der Erwerb unterliegt noch der Zustimmung von kanadischen und amerikanischen Behörden.

„Der Kauf von Nortels Mobilfunkgeschäft und der kürzlich geschlossene Service-Vertrag mit Sprint macht uns zu einem der führenden Telekommunikationsausrüster Nordamerikas”, sagte Ericsson-CEO Carl-Henric Svanberg.

Die Bereiche CDMA und LTE sollen als „Ericsson CDMA“ weiter bestehen. Im Zuge der Akquisition sollen rund 2500 Nortel-Beschäftigte zu Ericsson wechseln. CDMA ist der von Verizon Wireless und Sprint in den USA verwendete Mobilfunkstandard. LTE gilt als die vierte Mobilfunkgeneration und Nachfolger der heute eingesetzten Technologien.

Nortel hatte sich im Januar für zahlungsunfähig erklärt und Gläubigerschutz beantragt. “Wir konzentrieren uns nun weiter darauf, die richtigen Käufer für unsere anderen Geschäftsbereiche zu finden”, sagte Nortel-CEO Mike Zafirovski.