NSN: Outplacement-Programm bald für alle ohne Arbeit

06.08.2009 von Inken Wanzek

Das Programm

Wie berichtet, hat NSN ein Outplacement-Programm für Mitarbeiter ohne Arbeit aufgesetzt. Bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz sollen interessierte Mitarbeiter von dem externen Outplacement-Team max40 begleitet. Um dies in Anspruch nehmen zu können, müssen die Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz bei NSN aufgeben.

Der Arbeitgeber hat dieses Programm für die Mitarbeiter bei COO RTP begonnen, die keine Arbeit mehr haben. NSN möchte dieses Modell aber auf andere Bereiche ausdehnen.

Am Mittwoch, den 29.07.09, gab es nun eine Veranstaltung für interessierte COO RTP-Mitarbeiter mit dem Geschäftsführer, Herrn Fuchs von max40, der den Teilnehmern das Outplacement Programm erläuterte.

Outplacement bedeutet für die Mitarbeiter ein Verlassen der Firma. Es ist noch unklar, wie lange der Arbeitgeber eine Übergangszeit zulässt, die es ermöglicht bei NSN zu bleiben und gleichzeitig das Outplacement-Programm max40 in Anspruch zu nehmen. Ursprünglich bot der Arbeitgeber nur einen Monat Übergangszeit. Aufgrund der Wirtschaftslage ist NSN jetzt bereit, das Gehalt etwas länger zu weiterzahlen.

Abfindung bei Inanspruchnahme des Outplacement

NSN zahlt, Mitarbeitern, die sich für Outplacement entscheiden, eine Abfindung gemäß dem Interessenausgleich von Radio Access. Dieser basiert auf dem Sozialplan von 2007. Allerdings ist hier die Rückzahlungsklausel zu beachten. Danach erhält der Mitarbeiter keine Abfindung, wenn er ein Arbeitsverhältnis bei “Nokia Siemens Networks, einem Tochterunternehmen oder mit einem von der Nokia Siemens Networks beherrschten Unternehmen oder mit einer der Mütter (Siemens AG oder Nokia GmbH bzw. Nokia Oy) oder einem Unternehmen, das von einer der Mütter von Nokia Siemens Networks beherrscht wird, und mit dem eine Vereinbarung zur Dienstzeitanrechnung besteht oder mit einem anderen Unternehmen, mit dem eine Vereinbarung zur Dienstzeitanrechnung besteht, begründet.” Weiter besteht eine anteilsmäßige Rückzahlungsverpflichtung, wenn ein solches Arbeitsverhältnis innerhalb von drei Jahren nach dem Ausscheiden aus NSN eingegangen wird.

Outplacement bietet keinen Ausgleich für …

Für viele, insbesondere langjährige Mitarbeiter, ist das trotz Abfindung ein schlechtes Geschäft.

  • Kein Ausgleich für den Verlust des Arbeitsplatzes, der zunächst mal eintritt.
  • Viele Mitarbeiter haben eine Kündigungsfrist von bis zu sieben Monaten. Diese wird durch das derzeitige Outplacement-Programm nicht ausgeglichen.
  • Etliche haben tariflichen Kündigungsschutz, Jubilarschutz, Schwerbehindertenschutz.
  • Die Agentur für Arbeit wird voraussichtlich bis 30.09.09 eine Ruhezeit für das Arbeitslosengeld bis zu diesem Zeitpunkt verhängen. D.h. in diesem Zeitraum fließt kein Arbeitslosengeld. Die Bezugsdauer des Arbeitslosengelds wird durch eine Ruhezeit nicht verkürzt, sondern nur nach hinten verschoben.
  • Die Mitarbeiter müssen wegen mutwilliger Aufgabe ihres Arbeitsplatzes, wie es im Fachjargon heißt, eine Sperrzeit von 12 Wochen durch die Agentur für Arbeit hinnehmen. Hier verkürzt sich die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes um diese 12 Wochen, d.h. dieses Geld ist für den Arbeitnehmer verloren.

Also, die Zustimmung zu diesem Programm will gut überlegt sein. Geht, wenn ihr angesprochen werden solltet, zum Betriebsrat und lasst euch beraten. Eine zu schnell geleistete Unterschrift kann nicht rückgängig gemacht werden.