NSN verschiebt Mitarbeiter in Ergänzungstarifvertrag

08.08.2009 von Inken Wanzek

Einige Mitarbeiter des Betriebs Martinstraße, die dem ehemaligen Carriervertrieb, dem Servie-Raum München und der Payroll (Personalabteilung) angehören, unterliegen zurzeit noch dem Ergänzungstarifvertrag (ErgTV). Nokia Siemens Networks sicherte diesen Beschäftigten am 20. Februar 2009 die Überführung in den ERA-Tarifvertrag (Flächentarifvertrag) zu. Der Ergänzungstarifvertrag war aus Kosteneinsparungsgründen für diese Bereiche vereinbart worden.

NSN hat nun – entgegen ihrer Zusicherung – beschlossen, einen Teil dieser Beschäftigten im Ergänzungstarifvertrag zu belassen, offensichtlich um die Kosteneinsparung fortsetzen zu können. Damit nicht genug: Weitere Beschäftigte sollen aus dem Flächentarifvertrag in den Ergänzungstarifvertrag verschoben werden.

Dem Betriebsrat Martinstraße ist zurzeit noch nicht bekannt um welche Abteilungen es sich handelt. Alle Beschäftigten, die jetzt oder später unter den Ergänzungstarifvertrag fallen, sollen aus dem Betrieb München Martinstraße herausgelöst und den Regionen zugeordnet werden. Um welche Regionalbetriebe es sich genau handelt, ist ebenfalls noch nicht bekannt.

Die Begründung der NSN-Leitung mutet ein wenig kurios an: Man wolle auf keinen Fall eine Aufweichung des Flächentarifvertrags, sondern lediglich in einem Betrieb einen einheitlichen Tarifvertrag sowie einen klaren Schnitt zwischen den Regionen und den Großstandorten wie Mch M.

Dabei wäre die Lösung sehr einfach: Man überführe die Mitarbeiter, die in Mch M sind, einfach, wie es geplant war, in den ERA-Tarifvertrag. Dann würde im Betrieb Mch M ein einheitlicher Tarifvertrag gelten. Genau dies fordert der Betriebsrat in der Martinstraße, insbesondere da aufgrund der Zusage der Leitung  im Februar 09 die Vorbereitungen zur Überführung dieser Mitarbeiter in den Flächentarifvertrag im Betriebsrat bereits abgeschlossen waren.

Eine andere Möglichkeit wäre in den Regionen den Ausnahmezustand „Ergänzungstarifvertrag“ zu beenden und die Mitarbeiter dort wieder in den Flächentarifvertrag überführen. Dies will NSN offensichtlich aus Kostengründen nicht.

Die betroffenen Mitarbeiter sind durch dieses Hin und Her verunsichert. Diese Verunsicherung schlägt sich auf die Motivation der Betroffenen. Die Kolleginnen und Kollegen hatten sich auf die Zusicherung der NSN-Leitung verlassen. Mal wieder mussten Mitarbeiter feststellen, dass die NSN-Leitung es offensichtlich mit Konrad Adenauer hält, der sagte: „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern.“

NSN sollte zu ihrem Wort stehen und die betroffenen Mitarbeiter im Betrieb Martinstraße belassen und sie entsprechend das ERA-Tarifvertrags eingliedern. Die Belegschaft braucht einen Arbeitgeber, auf dessen Wort Verlass ist.

Wenn euer Arbeitsplatz in einen Regionalbetrieb verlagert werden soll, wendet euch bitte an euren Betriebsrat.