Ex-Siemens-Chef Griechenland droht Auslieferung

09.08.2009 von Christine Rosenboom

Michael Christoforakos, der ehemalige Chef von Siemens Griechenland soll nun doch an die Athener Behörden ausgeliefert werden, so Der Spiegel unter Berufung auf einen Beschluss der zuständigen Münchner Generalstaatsanwaltschaft. Folgt das Oberlandesgericht der Empfehlung, drohen dem Ex-Manager in seiner alten Heimat empfindliche Sanktionen.

Der Deutsch-Grieche hatte seit seiner Verhaftung vor knapp zwei Monaten, mit den deutschen Behörden kooperiert, in der Hoffnung, dass er als bundesdeutscher Staatsbürger möglicherweise, wie schon andere ehemalige Siemens-Manager vor ihm, in München zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt werden würde. Wegen derselben Delikte hätte er dann in Athen, wo ihm eine lebenslange Haftstrafe droht, nicht noch einmal vor Gericht gestellt werden können.

Bei mehreren Vernehmungen hatte Christoforakos üppige Zuwendungen an die beiden großen griechischen Parteien während seiner Amtszeit eingeräumt. Dies soll dem Bericht des Magazins Der Spiegel zufolge nach einem kürzlich ergangenen Strafbefehl mit einer zwölfmonatigen Bewährungsstrafe und einer Geldauflage von 750.000 Euro geahndet werden.

Weil ein Teil der Vorwürfe nach Ansicht der Staatsanwaltschaft jedoch nicht abgegolten und verjährt ist, soll sich Christoforakos nun auch in Griechenland verantworten. Seine Verteidiger wollen die geplante Auslieferung im Eilverfahren stoppen. Sie bereiten offenbar eine Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht vor.