Korruptionsverdacht bei Bosch und Siemens Hausgeräte

19.08.2009 von Christine Rosenboom

Die Staatsanwaltschaft München prüft die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens wegen Korruptionsverdachts bei BSH (Bosch und Siemens Hausgeräte). Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins Der Spiegel sollen BSH-Mitarbeiter Verkäufer von Discountern und Elektrofachmärkten mit Warengutscheinen bestochen haben. Der Wert dieser Gutscheine soll sich laut Spiegel in manchen Jahren mehr als 10 Mio. Euro betragen haben.

Es bestehe der Verdacht, dass so der Verkauf von Hausgeräten angekurbelt oder eine optimale Platzierung der Produkte erreicht werden sollte, sagte Oberstaatsanwalt Anton Winkler am Dienstag der Deutschen Presse- Agentur dpa. Von möglichen Ermittlungen wären Mitarbeiter von BSH betroffen. “Sollten sich auf Seiten der BSH Bestechungshandlungen nachweisen lassen, so muss es auch im Handel entsprechende Personen gegeben haben, die sich möglicherweise bestechen ließen.“, so Winkler weiter.

BSH selbst bestätigte, dass es entsprechenden Hinweisen nachgehe, der Korruptionsverdacht beziehe sich auf die 90er Jahre, man sei jedoch überzeugt, dass es inzwischen keine rechtswidrigen Geschäftspraktiken im Unternehmen mehr gebe. BSH werde mit der Staatsanwaltschaft kooperieren.

Da mögliche Taten vor 2004 bereits verjährt wären, werde man sich im Falle von Ermittlungen auf den Zeitraum von 2004 bis 2009 konzentrieren, sagte Winkler. Zur Zahl der betroffenen Beschäftigten sowie zum Umfang könne er jedoch noch keine Angaben machen.