Simon verabschiedet sich von NSN

01.09.2009 von ViolaFrustig

Viola_BlumeNach 27 Jahren bei der Firma verlässt er uns also, Simon, wie er in einer länglichen Mail an die Mitarbeiter von NSN erklärt. Seit mehr als drei Jahren war NSN der Mittelpunkt seines Lebens und seine Leidenschaft. Ja gibt es NSN denn schon so lange? Ich dachte, das gibt es erst seit 1. April 2007, also gerade mal zweieinhalb Jahre? Egal – viel Glück Simon woanders, mögen die Propheten mit dir sein. Den Nachnamen von Simon habe ich doch glatt vergessen und in seiner Mail schreibt er nur seinen Vornamen.

Natürlich stellt Simon seinen Nachfolger vor, Rajeev Suri, der das Amt des Chief Executive Officers übernehmen wird. Nun, das weiß die Belegschaft bereits, denn darüber gab es vorher schon eine Infomail von Olli-Pekka Kallasvuo. Und es verwundert auch nicht, dass dieser Nachfolger eine absolut herausragende Persönlichkeit sein soll, ja was anderes hätten wir doch gar nicht erwartet, was anderes wollen wir auch gar nicht haben. Auf dieser Funktion können wir doch keinen normalen Mitarbeiter brauchen!

Aber muss der Neue denn ausgerechnet mit dem Wort „Führer“ eingeführt werden? Das kommt bei Deutschen nicht gut an, schon gar nicht, wo heute vor 70 Jahren die Deutschen Polen überfielen. Zumindest in der deutschen Übersetzung hätte man dieses Wort daher umschreiben müssen. Man hätte schreiben können: „Er ist ein Manager, der im Heute lebt und dabei die Zukunft fest im Blick hat, der sich durch innere Stärke und außergewöhnlichen Humor auszeichnet.“ Im englischen Original klingt es aber auch nicht besonders gut:

  • He is a leader who encourages and empowers individuals and organisations to strive for almost impossible goals.
  • He is a leader with unquestioned integrity and truly decent values.
  • He is a leader with a touch for the present and an eye for the future.
  • He is a leader with a calm inner strength, but also a keen sense of humour.

Was sagt uns das, wenn jeder Satz mit „He is a leader …“ anfängt? Braucht die Firma einen ‚leader’ weil sie bisher keinen hatte?

(Viola Frustig)