Bewerbungsreviews

17.09.2009 von Inken Wanzek

Unterschiedlich wird in den Abteilungen „ohne Arbeit“ bei der Suche nach neuen Arbeitsplätzen für die Mitarbeiter umgegangen. Doch fast allen ist eins gemeinsam: Die Mitarbeiter sollen ihre Bewerbungsfortschritte wöchentlich, manchmal täglich dem Abteilungsleiter vorlegen.

Dies aber, liebe Kolleginnen und Kollegen, ist nicht rechtens. Eure Chefs können euch darum bitten, aber sie können es nicht verlangen.

Bewerben, ob intern oder extern, ist nach arbeitsgerichtlichen Urteilen reine Privatsache. Wir raten euch daher, legt nicht alles offen, zieht euch also nicht bis aufs Hemd aus, wie man so schön sagt. Externe Bewerbungen haben eure Chefs oder die Personalabteilung ohnehin nicht zu interessieren und sollten nicht mit diesen diskutiert werden.

Es geht eure Vorgesetzten nichts an, warum ihr beispielsweise abgelehnt wurdet, warum es zu keinem Vorstellungsgespräch kam, warum ihr euch auf diese oder jene Stelle nicht beworben habt. Wenn ihr wollt, aber wirklich nur, wenn ihr wollt und euer Chef kooperativ ist und nicht zu denen gehört, die glauben durch psychischen Druck, Probleme lösen zu können, könnt ihr etwas erzählen, aber nicht täglich! Täglich ist Schikane, nichts anderes und diese müsst ihr euch nicht gefallen lassen.

Ablehnen sollte ihr auf jeden Fall, ein Führen von Tabellen, in der eure Bewerbungstätigkeiten fein säuberlich dokumentiert werden und die, wer weiß wann, vom Arbeitgeber wieder hervorgezogen werden. Bedenkt, alles was schriftlich ist, ist fixiert und kann irgendwann, irgendwie als Beweis dienen. Ein mündlicher Bericht für einen freundlichen Chef kann Kooperation sein. Gesundes Misstrauen ist angebracht und bringt einen gesunden Mittelweg hervor.