Keine Raucherpause ohne Ausstempeln

18.09.2009 von kd

Wir haben es schon lange kommen sehen – jetzt ist es gerichtlich bestätigt: Wer Raucherpausen macht, ohne vorher auszustempeln bzw. ohne die hiermit verbrachte Zeit bei der Stundenkontierung zu berücksichtigen, kann, laut Arbeitsgericht Duisburg, fristlos gekündigt werden.

Was war passiert? Eine langjährige Beschäftigte hatte mehrfach, ohne vorher auszustempeln, Raucherpausen eingelegt. Sie war deshalb mehrmals abgemahnt worden und wurde auf die im Betrieb geltende Betriebsvereinbarung über Raucherpausen hingewiesen. Als die Arbeitnehmerin weiterhin zu Raucherpausen ihren Arbeitsplatz verließ, kündigte der Arbeitgeber fristlos. Das Arbeitsgericht Duisburg erklärte diese Kündigung für rechtens.

Wie man sieht, scheint es auch auf die Karriere zuzutreffen: “Rauchen kann tödlich sein!”

Man mag das Urteil für gerecht oder ungerecht halten, aber es birgt die Gefahr in sich, dass in Zeiten immer aggressiver und dreister werdenden Personalabbaus damit zu rechnen ist, dass solche Methoden Schule machen, um sich Mitarbeitern auf einfache Weise zu entledigen.

Man erinnere sich an den Fall Emmely. Emmely war nach 31 Jahren im Betrieb fristlos per Verdachtskündigung (also ohne, dass ihre Schuld erwiesen war) von Kaisers (Tengelmann AG) wegen angeblicher Unterschlagung von 1,30 Euro fristlos gekündigt worden. Sie organisierte trotz Einschüchterungen den ver.di-Streik für höhere Löhne und gegen die Streichung von Schichtzulagen in ihrer Filiale.  Sie hätte, so der Vorwurf, bei einem privaten Einkauf Pfandbons im Wert von 1,30 € falsch abgerechnet. Das Bundesarbeitsgericht hat ihre Nichtzulassungsbeschwerde akzeptiert. Ihr Fall wird demnächst vor dem BAG verhandelt.