D&O-Versicherung zahlt in Siemens-Korruptionsaffäre

20.09.2009 von Christine Rosenboom

Für die durch die Korruptionsaffäre verursachten Kosten in Höhe von mehr als 2 Mrd. Euro verlangt Siemens Schadenersatz von der damaligen Unternehmensspitze, die über eine sogenannte Directors-and-Officers-Liability-Versicherung (D&O-Versicherung) gegen finanzielle Folgen von Fehlern im Berufsleben abgesichert ist.

Das Versicherungskonsortium, zu dem die Allianz, HDI-Gerling und Zurich gehören, wies die Forderung von Siemens auf Schadensersatz von 250 Mio. Euro zurück. Nicht der damalige Finanzchef Heinz-Joachim Neubürger, sondern Manager einer niedrigeren Hierarchiestufe hätten die Garantieerklärung unterschrieben, dass der Konzern keine Kenntnis von möglichen Schäden habe, so die Versicherer.

Am 14.09.2009 hat sich Siemens nun mit dem Versicherungskonsortium geeinigt. Der Konzern wird 100 Mio. Euro von den Versicherern erhalten. Da Siemens auf eine Forderung von 150 Mio. Euro verzichtet, müssen Aufsichtsrat und Hauptversammlung dieser Vereinbarung allerdings erst noch zustimmen.