Ausgliederung der SIS. Tangiert das die IT bei NSN?

23.09.2009 von Inken Wanzek

Ende 2007 integrierte Siemens die SIS (IT Solutions und Services), früher SBS, wieder in die Siemens AG. Die Mitarbeiter freuten sich damals über diese Entscheidung, zeugte dies doch auch von der Wertschätzung und Notwendigkeit ihrer Arbeit. Doch nun soll die SIS, wie Anfang September dem Wirtschaftsausschuss bekannt gegeben wurde, wieder aus der Siemens AG ausgegliedert werden. Rein, raus, ein Wechselbad der Gefühle für die betroffenen Mitarbeiter.

Um zur Konsolidierung der SIS innerhalb der Siemens AG beizutragen, gingen die Mitarbeiter in Vorleistung, indem sie finanzielle Einbußen hinnahmen. So wurde in einem Ergänzungstarifvertrag geregelt, dass Mehrarbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht mehr bezahlt wird. Als Gegenleistung wurde eine Beschäftigungs- und Standortsicherung vereinbart. Die Belegschaft wirft dem SIS-Management nun Versagen vor. Ein tragfähiges Konzept blieb aus, die wirtschaftlichen Daten verschlechterten sich. Stattdessen blieb das Management bei ihrem alten Konzept: Permanente Umstrukturierung. Der Höhepunkt – die erneute Ausgliederung der SIS aus der Siemens AG.

Die Mitarbeiter fürchten nun einen weiteren Personalabbau, der fast zwangsläufig Umstrukturierungen begleitet. Angesichts des Vorgehens bei PSE, wo 600 Mitarbeiter abgebaut werden, ist die Befürchtung nicht ungerechtfertigt.

Offensichtlich soll ein neues Kapitel der IT bei Siemens aufgeschlagen werden. Mit betroffen sind IT-Beschäftigte in den ITO-Bereichen und Shared Service IT betroffen, die gerade erst organisatorisch in die SIS integriert wurden. Wieweit sich dieses Vorgehen auf die IT-Beschäftigten von NSN in Mch H auswirkt , ist offen, immerhin besteht hier eine starke Verzahnung mit der SIS und Siemens ist zur Hälfte an NSN beteiligt. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass dieser Bereich dem neunen ausgegliederten SIS-Unternehmen zugeschlagen wird. Offizielle Stellungnahmen gibt es dazu jedoch nicht. Immerhin hat NSN durch den letzten drastischen Stellenabbau, den Betrieb Mch H nahezu von allem, was nicht IT ist, „bereinigt“.

Die Arbeitnehmerseite der SIS fordert den Austausch des Managements, eine Beschäftigungs- und Standortsicherung über den 30.09.2010 hinaus sowie eine belastbare Zukunftsperspektive für alle IT-Beschäftigten bei Siemens. Ohne ein ausgereiftes Geschäftsmodell solle es keine Umorganisationen geben. Alle Pläne müssen offen auf den Tisch, hieß es auf einer der letzten Betriebsversammlungen.