Besetzung der Fabrik in Battipaglia beendet

24.09.2009 von Inken Wanzek

Wie wir berichteten, besetzten fünf Mitarbeiter des französischen Konzerns Alcatel-Lucent haben ihre Fabrik in Battipaglia und drohten damit sich selbst zu verbrennen, wenn die Verlagerung ihres Werkes nach China und Rumänien nicht ausgesetzt und neu diskutiert wird.

Am 12. September beendeten, wie Netzwerk IT berichtet, die fünf Kollegen ihre Aktion, weil sie ihre Forderungen erfüllt bekamen. Die renommierte italienische Zeitung  “Corriere della Sera” schreibt dazu: “An den Verhandlungen hat auch Paolo Luongo teilgenommen. Ein Achtundzwanzigjähriger, der sich fünf Tage lang zusammen mit vier anderen Kollegen im Innern des Werkes mit der Drohung sich anzuzünden verbarrikadiert hatte. Paolo: ‘Unsere extreme Handlung hat einzig dazu gedient, alles was in diesen sechs Monaten der Auseinandersetzung getan worden ist und in denen wir nie ein Gespräch mit den Behörden hatten, wieder rückgängig zu machen.‘”

Was hat Alcatel-Lucent dazu bewogen, diesen Schritt zu gehen? Die Antwort ist einfach wie banal und traurig zugleich: die Öffentlichkeit! Nicht die Menschlichkeit. Alcatel-Lucent hat offensichtlich Angst, dass ihr Image geschädigt wird.

Die Aktion ist gut ausgegangen – vorerst. Was in Zukunft auf die Mitarbeiter zukommt bleibt abzuwarten. Doch eines ist sicher: Es darf nicht sein, dass Konzerne auf die existenziellen Nöte ihrer Mitarbeiter nur reagieren, wenn diese drohen, sich das Leben zu nehmen.

Erst Frankreich, dann Italien, dann … ?