NSN setzt auf Dienstleistungsgeschäft

28.09.2009 von Inken Wanzek

Wie bereits berichtet, erwartet Nokia Siemens Networks einem Umsatzrückgang der Telekommunikationsbranche um zehn Prozent in diesem Jahr. Nokia Siemens Networks möchte mit Hilfe des Dienstleistungsgeschäfts (Services) verlorene Marktanteile zurückgewinnen. Die Branche mache mehr und mehr ihrer Umsätze in diesem Bereich, sagte Technikvorstand Stephan Scholz zur Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX.

So verlor NSN Markanteile an die Konkurrenz, während Weltmarktführer Ericsson seine Position behaupten konnte. Hinzu kommt, dass chinesische Anbieter wie Huawei und ZTE, die mit Staatsgeldern gefördert werden, nach Europa drängen.

Natürlich tue ordentlicher Wettbewerb immer irgendwie wie weh, räumte Scholz ein. “Wettbewerb ist aber kein Problem, sondern eine Herausforderung.” NSN verfüge, so Scholz weiter, über eine Reihe von Alleinstellungsmerkmalen, die langfristig Wirkung zeigten. Beispielsweise verfüge NSN über eine große Kundenbasis. Hinzu komme, dass NSN sich weltweit gut aufgestellt habe: Mit seinen Niederlassungen auf drei Kontinenten bewege sich NSN nahe an den Kunden. Das sei langfristig ein wirklicher Vorteil gegenüber Newcomern auf dem Markt – vor allem im wachsenden Dienstleistungsgeschäft.

Die beiden wesentlichen Herausforderungen der Branche seien, so Scholz, die richtige Technologie bereitzustellen und der Komplexität der modernen Netzwerke gerecht zu werden. “Das Netzwerk muss so effizient sein, dass die individuelle Nutzererfahrung überall und immer die Gleiche ist, egal ob Sie ein mobiles Endgerät wie einen PDA oder den PC nutzten.”

Nimmt man diese Herausforderungen an, muss man akzeptieren, dass man zu neuen Innovationen zwei Dinge benötigt: Fundiertes Know How über die Technologien und Geld, das in Entwicklungsabteilungen investiert wird. Bei einem momentanen dauerhaften Defizit dürfte letzteres wohl eher bescheiden ausfallen und wegen fehlender innovativer Managemententscheidungen wieder in Stellenabbau münden. So aber gewinnt man keinen Wettbewerb in einem hart umkämpften Markt.

Ob der neue CEO, Rajeev Suri, eine innovative Wende im Konzern herbeiführen möchte und kann, bleibt abzuwarten. Was das dann für die Entwicklung in Deutschland bedeutet, ist ebenfalls offen. Gerade in der komplexen Technik der Telekommunikation sind Entwickler nicht einfach austauschbar, sondern jahrelange Erfahrung entscheidet hier mit über Erfolg und Misserfolg. Den Kunden jedenfalls überzeugen zwei Dinge: Moderne, zuverlässige Produkte und ein guter Service.