NSN/SEN: Kaeser kündigt Maßnahmen an

30.09.2009 von Inken Wanzek

Siemens Aktien verbuchten deutliche Kursverluste an der Börse. Finanzvorstand Joe Kaeser sprach von anhaltend schweren Zeiten, die auf das Unternehmen zukommen werden. Der Auftragseingang sei im laufenden Quartal erneut um mehr als 20 Prozent eingebrochen. Für den Industriesektor rechnet Kaeser erst für 2011 mit einer Erholung.

Kaeser äußerte sich auch zu Nokia Siemens Networks. Siemens stufe seine Beteiligungen an NSN, Siemens Enterprise und Bosch Siemens Hausgeräte „nicht mehr als strategisch“ ein. “Das Geschäft mit Telefonnetzen ist nicht dort, wo es stehen sollte”, sagte er in London. Siemens müsse deshalb seinen Anteil noch im laufenden Quartal abwerten. Das zog auch die Nokia-Aktie nach unten. “Wir haben hier definitiv große Herausforderungen zu meistern und wollen die Probleme jetzt angehen”, so Kaeser weiter.

Laut Financial Times Deutschland habe er damit Spekulationen um einen frühzeitigen Ausstieg beim Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks geschürt. Laut Joint-Venture-Vertrag kann Siemens ohne die Zustimmung von Nokia nicht vor 2011 aus NSN aussteigen.

Neue Restrukturierungsmaßnahmen dürften wahrscheinlich sein. Diese Entwicklung belegt, wie vorausschauend es war, die Betriebsratswahl in München Martinstraße vorzuziehen. Ein Wahlkampf in stürmischen Zeiten wäre verheerend für die Mitarbeiter. So aber hat die Belegschaft rechtzeitig einen starken Betriebsrat gewählt, der dann handlungsfähig ist, wenn die Belegschaft ihn braucht.