NSN: Rajeev Suri – der neue CEO

01.10.2009 von Inken Wanzek

Seit heute hat Nokia Siemens Networks einen neuen Vorstandsvorsitzenden (CEO): Rajeev Suri.

Raheev Suri stammt aus Indien, ist 41 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Kinder. Seine Familie lebt in Delhi. Durch seinen neuen Job bei NSN wird er noch häufiger in der finnischen Zentrale sein und seine Familie wird ihn noch seltener zu Gesicht bekommen.

Seit 20 Jahren ist der neue Vorstandsvorsitzende in der Telekomsparte tätig und übernimmt nun Nokia Siemens Networks, ein Unternehmen, das ihn vor viele Probleme stellt. Der Umsatz dürfte im gerade abgelaufenen dritten Quartal erneut geschrumpft sein. Für 2009 hat Suri branchenweit ein Minus von rund zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr prognostiziert.

Für den erfolgverwöhnten Suri ist dies eine ungewohnte Situation. Bisher ist ihm praktisch alles geglückt. Sein Gesellenstück lieferte der Manager mit dem Ausbau des Servicegeschäfts. Und dieses soll, wie berichtet (http://blog.nci-net.de/2009/09/28/nsn-setzt-auf-dienstleistungsgeschaft/), nun für Wachstum bei NSN sorgen. Den Aufbruch in eine neue Ära soll nun Suri schaffen. Suri ist also der logische Nachfolger von Simon Beresford-Wylie. Suri habe einen ordentlichen Job gemacht, berichtet Chris Lewis vom Marktforschungsunternehmen IDC. “NSN benötigt die Betonung des Servicegeschäfts”, bestätigt Lewis die geplante Neuausrichtung von NSN.

Suri ist 1995 zu Nokia gekommen und hat für das Unternehmen in Finnland, Großbritannien und Singapur gearbeitet. Seine kommunikative Art hat ihm nicht immer Freunde gemacht. Mancher fühlte sich etwas überfahren, hieß es konzernintern. Er habe die Angewohnheit ausufernd über Erfolge zu sprechen. Angesichts der Probleme bei NSN hat er zunächst Gelegenheit, sich diese schlechte Eigenschaft abzugewöhnen. Die meisten Mitarbeiter allerdings nehmen Suri als ausgeglichen wahr. Er werde weder ärgerlich noch euphorisch. “Immer wohltemperierte Mittellage”, beschreibt ein Mitarbeiter.

Suri ist optimistisch. “Es gibt Platz für drei”, sagte er Anfang September in Bezug auf die Zahl weltweit agierender Ausrüster. Nokia Siemens Networks plane, zu den verbleibenden Drei zu gehören, so Suri weiter, auch dann wenn Anbieter aus China weiter auf den Markt drängen. Suris bevorzugte Märkte sind USA, Indien, China und Japan. Über den umsatzstärksten Markt, Europa (WSE) hat er keine Aussage getroffen.