Arbeitsmarktentwicklung in Deutschland

19.10.2009 von Inken Wanzek

Größter Stellenabbau seit 14 Jahren

In der deutschen Wirtschaft gab es im August diesen Jahres den größten Stellenabbau seit über 14 Jahren. Die Zahl der Beschäftigten sank im Vergleich zum Vormonat um 4,4 Prozent. “Seit Januar 1995 ist der prozentuale Rückgang der Beschäftigtenzahl im Vergleich zu einem Vorjahresmonat noch nie so stark gewesen wie in diesem August”, teilte das Statistische Bundesamt mit.

Die weltweite Rezession und die starke Abhängigkeit vom Export haben um den Jahreswechsel zu den heftigsten Auftragseinbrüche der Nachkriegszeit geführt. Obwohl das Wachstums seit März dieses Jahres wieder anzieht, reicht der Zuwachs dem Deutschen Industrie- und Handelstag (DIHK) zufolge nicht aus, um den Stellenabbau aufzuhalten. Noch immer seien die meisten Betriebe nicht ausgelastet.

Über 1,8 Mio. Kurzarbeiter

Die anhaltende Rezession spiegelt sich auch in den Zahlen über Kurzarbeit wieder, die das Statistische Bundesamt für September bekannt gab. Im Juni dieses Jahres erhielten 1.433.000 Arbeitnehmer Kurzarbeitergeld, im Juli kamen 170.000 hinzu. Im August wurden von den Betrieben nochmals 105.000 Kurzarbeiter gemeldet. Im September dürften weiter 90.000 bis 100.000 Kurzarbeiter hinzugekommen sein. Diese Zahlen bilden den konjunkturell bedingten Arbeitsausfall ab.

Stellenangebot im 1. Arbeitsmarkt um 25 Prozent zurückgegangen

Dementsprechend hat das gesamtwirtschaftliche Stellenangebot im Vorjahresvergleich deutlich abgenommen. Das gesamtwirtschaftliche Stellenangebot lag im zweiten Quartal 2009 bei 897.000 Stellen. Das waren 27.000 oder 3 Prozent mehr als im Vorquartal und 230.000 oder 20 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Darunter waren 708.000 Stellenangebote für den 1. Arbeitsmarkt, die im Vorjahresvergleich um 238.000 oder 25 Prozent abgenommen haben.

Fast 6 Mio. Empfänger von Sozialleistungen

Die Zahl der Leistungsempfänger hat im Vorjahresvergleich zugenommen. Im September erhielten 5.916.000 erwerbsfähige Menschen Lohnersatzleistungen nach dem SGB III oder Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem SGB II. Das waren 278.000 mehr als vor einem Jahr.

Deutschland im EU Vergleich im Mittelfeld

Im EU-Vergleich liegt Deutschland mit 7,7 Prozent bei der Arbeitslosigkeit im Mittelfeld. Die Niederlande schneidet mit 3,4 Prozent am besten ab, gefolgt von Österreich mit 4,4 Prozentpunkte. Das Schlusslicht bildet Spanien mit 18,5 Prozent.

Quelle: Statistisches Bundesamt