Tarifliche Leistungszulage

31.10.2009 von Christine Rosenboom

Nachdem nun die meisten 40-Stundenverträge bei Nokia Siemens Networks gekündigt wurden, droht möglicherweise eine weitere Gehaltseinbuße aufgrund der neuen ERA-Leistungsbeurteilung, die seit der ERA-Einführung in diesem Jahr zum ersten Mal durchgeführt werden soll. Die Gespräche zwischen Mitarbeiter und Führungskraft sollen im Dezember geführt werden. In der nächsten Betriebsversammlung wird die ERA-Leistungsbeurteilung daher eines der Haupt-Themen sein.

Nachdem NSN im Jahr 2007 den ERA-Tarifvertrag eingeführt hat, wurden die bis dahin erreichten Leistungspunkte, pauschal umgerechnet, damit die Umstellung von bis dahin 19 Prozent auf 28 Prozent Leistungszulage gerecht erfolgen konnte. Wer vorher 50 Leistungspunkte hatte, bekam nach dem alten Entgelttarifvertrag 9,5 Prozent seines Grundgehaltes als Leistungszulage. Nach der Umstellung auf ERA mit dem niedrigeren Grundgehalt entsprechend 14 Prozent des neuen Grundgehaltes.

Nun hat NSN angekündigt, dass eine neue ERA Leistungsbeurteilung für alle tariflichen Mitarbeiter am Standort München durchgeführt wird, die Grundlage für die Berechnung des neuen Leistungsentgelts sein wird. In einer E-Mail im August 2009 an die Mitarbeiter wurde diesen gleich mit angekündigt, dass die Leistungszulage auf Null gesetzt werden kann und darüber hinaus, dass der Durchschnitt über den Betrieb auf den im ERA-Tarifvertrag festgelegten Mindestdurchschnitt, also 14 Prozent gesenkt werden wird.

Da dieser Durchschnitt in München derzeit bei 15,5 Prozent liegt, ist bei vielen Kollegen mit einer Abgruppierung der Leistungspunkte und Gehaltseinbußen zu rechnen. So würde bei einem Mitarbeiter in Tarifgruppe 12B, der bisher 15,34 Prozent Leistungszulage erhalten hat, bei einer Reduzierung auf Leistungszulage Null, das Gehalt um 697 Euro sinken.

Die erstmalige Auszahlung der ERA-Leistungszulage soll mit der März-Abrechnung 2010 rückwirkend zum 1. Januar 2010 erfolgen. Der Betriebsrat ist darauf vorbereitet, den Leistungsbeurteilungen widersprechen, sofern solche Abgruppierungen erfolgen.