Angst vor Arbeitsplatzverlust und Matrixorganisation

17.11.2009 von Inken Wanzek

NSN hat bereits jetzt einen erneuten Stellenabbau von 7 bis 9 Prozent angekündigt. Die Mitarbeiter sind durch permanenten Stellenabbau (seit 2002 jedes Jahr mindestens einen), Arbeitsentzug, permanente Angst um den Arbeitsplatz demotiviert und erschöpft. Denkbar schlechte Voraussetzungen für ein erfolgreiches Arbeiten in einer Matrixorganisation.

Die Angst um den Verlust des Arbeitsplatzes oder die Angst ausgegliedert zu werden, blockiert offene Kommunikation, Kreativität und konstruktive Kritik.

Wer fürchten muss, dass er, wenn er Probleme aufzeigt, zum Störfaktor erklärt wird und Angst hat, auf die schwarze Liste zu kommen, wird sich zurückhalten. Abschieben von Verantwortung, Konkurrenzgerangel, mit dem Ziel, nicht auf die schwarze Liste zu kommen, ist die unvermeidliche Folge, ganz abgesehen davon, dass die notwendige Motivation der Mitarbeiter nicht im ausreichenden Maß gegeben sein kann, wenn erneuter Stellenabbau, sei es durch „sozialverträgliche“ Lösungen oder durch Ausgliederungen, angekündigt ist.

Es ist unrealistisch anzunehmen, dass Mitarbeiter diese Umorganisation im erforderlichen Maße mittragen können. Die Ankündigung von Stellenabbau in einer Situation, wo das Management auf motivierte Mitarbeiter angewiesen ist, zeugt von mangelnder Empathie des Managements. Der Psyche eines Menschen kann nicht befohlen werden, man muss ihr das Gefühl von Sicherheit geben. Dies aber erfordert Emotionale Führung und nicht Stellenabbau.

Gelingt es dem Management nicht, die Mitarbeiter zu motivieren, ist das Arbeiten in einer Matrixorganisation zum Scheitern verurteilt. Es genügt nicht eine Struktur zu schaffen. Man muss ihr auch Leben einhauchen und dies geschieht einerseits über sinnvolle, nachvollziehbare Arbeitsprozesse und andererseits vor allem über die Motivation der Mitarbeiter. Ansonsten bleibt die Struktur tot.

Die Motivation der Mitarbeiter kann einem Management eigentlich nur dann egal sein, wenn es ein anderes Ziel verfolgt, als das Unternehmen zu einem profitablen Konzern zu machen.