Handlungsoptionen für NSN

17.11.2009 von Inken Wanzek

Nokia und Siemens halten sich mit der neuen Organisation die Tür offen für:

  • Outsourcing
  • NSN komplett zu verkaufen
  • NSN zu einer profitablen Organisation zu machen

Nokia und Siemens müssen nicht sofort entscheiden, welche Strategie sie für NSN endgültig verfolgen, sondern sie können das zu jedem beliebigen Zeitpunkt tun.

Outsourcing

Dies Option ist sehr wahrscheinlich, da NSN dies bereits in den letzen Jahren vorgenommen hat und in seinem Foliensatz mehrfach ankündigt: „Expanded partnering and potential acquisitions“ (Folie 2) und „Outsourcing to partners“ (Folie 7). Diese Ausgliederung kann mit und ohne Auftragsvolumen für die neue Firma erfolgen. Im Falle der Ausgliederung von EWSD zu TietoEnator, übernahm TietoEnator die Wartungsarbeiten für EWSD.

Outsourcing kann also einerseits bedeuten, dass die Mitarbeiter noch eine Zeitlang einen halbwegs sicheren Arbeitsplatz haben, kann andererseits aber auch bedeuten, dass nur ausgegliedert wird, um den Laden abzuwickeln. Dies war beispielsweise bei Sinitec, das von Siemens ausgegliedert wurde, der Fall. Es gilt hier also: Man muss genau hinschauen und sich über die neue Firma informieren.

Aufgrund des Baukastenprinzips kann Outsourcing mit relativ geringen Reibungsverlusten für NSN erfolgen.

Typischer Fokus für Outsourcing sind Organisationseinheiten, die sich mit älterer Technologie und Produkten, die bereits im Markt eingeführt sind oder Wartungsarbeiten befassen sowie Support Functions wie beispielsweise IT.

Verkauf des kompletten Unternehmens

Laut Zeitungsberichten haben Nokia und Siemens bereits Käufer gesucht, bisher aber hätten sie keinen gefunden.

1. Verkauf an einen Finanzinvestor

Dies ist eine realistische Option. Eine klar gegliederte Matrixstruktur erleichtert es einem Finanzinvestor, Teile aus dem Unternehmen herauszuschneiden und weiter zu verkaufen. Das verbleibende Unternehmen könnte auf Kernkompetenzen beschränkt werden und für den Finanzinvestor gewinnbringend weiterverkauft werden.

2. Verkauf an einen Wettbewerber

Diese Option erscheint eher unwahrscheinlich. Möglicherweise ist er an Teilen von NSN interessiert.

3. Findet sich kein Käufer für das Gesamtunternehmen, kann NSN die Zerschlagung des Unternehmens selbst vornehmen.

Sanierung des gesamten Konzerns

Stellungnahme dazu folgt demnächst.