Vor- und Nachteile der Matrixorganisation

17.11.2009 von Inken Wanzek

Durch den aufgabenorientierten Ansatz der Matrixorganisation kann ein Unternehmen flexibler auf sich ändernde Marktbedingungen und Kundenanforderungen reagieren. Strategische Entscheidungen, seien sie auf der Ebene des Unternehmens oder beispielsweise im Bereich des Projektmanagements für eine Komplettlösung, können bis auf Produktebene durchdringen, da in den Schnittstellen der Matrixlinien die Organisationseinheiten bzw. Aufgaben angesiedelt sind.

Allerdings hängt das Funktionieren einer Matrixorganisation einerseits von guten Arbeitsprozessen und andererseits von intensiver Kommunikation, der Kreativität und der Motivation der Mitarbeiter, sich an Entscheidungsprozessen aktiv und mit konstruktiver Kritik zu beteiligen, ab. Dies setzt eine motivierte Belegschaft voraus, die sich mit ihrem Unternehmen identifizieren kann.

Sind diese menschlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen nicht gegeben, schlagen die Nachteile der Matrixorganisation wesentlich stärker durch als beispielsweise bei einem streng hierarchischen System. Machtkämpfe, Konkurrenzgerangel bei fehlenden klaren Arbeitsprozessen bis hin zum Abschieben der Verantwortung sind dann unvermeidbar, da bei einer Matrixorganisation Kompetenzüberschneidungen gegeben sind. Dies wiederum führt zu hohen persönlichen Belastungen der Mitarbeiter. Aufgrund der komplexeren Anforderung besteht die Gefahr einer Überforderung (Überspielen von Nicht-Wissen), wenn Schulungsmaßnahmen ausbleiben, denn eine Matrixorganisation beinhaltet den Zwang, sich im Projektteam einigen zu müssen. Der Weg zum disziplinarischen Vorgesetzten ist bei Konfliktsituationen zwar nicht versperrt, aber eigentlich in der Matrixorganisation nicht als Lösungsmodell für aufgabenorientierte Probleme vorgesehen. Zusammengenommen führt dies zwangsläufig zu zeitlichen Verzögerungen von Entscheidungsprozessen bis hin zu Fehlentscheidungen, die unter Umständen erst später, und damit kostenintensiv, zum Tragen kommen.