NSN verliert Bieterwettstreit – Was wusste der GBR?

23.11.2009 von Inken Wanzek

Letzten Freitag hat der insolvente Netzausrüster Nortel die Auktion für seine Sparten Carrier Ethernet und Optical Networks gestartet. NSN hatte das Gebot zusammen mit dem Finanzinvestor One Equity Partners abgegeben.

Beim Verkauf der Netzwerksparte kam nun der US-Wettbewerber Ciena zum Zug. Damit unterliegt NSN bereits zum zweiten Mal bei dem Versuch Teile von Nortel zu übernehmen. Im Juli hatte Konkurrent Ericsson NSN überboten, als es um die Versteigerung der Sparte Wireless Business (CDMA und LTE) ging.

„Der Deal hätte eine Ausgliederung der NSN Optik-Sparte zur Folge gehabt. Ziel war es, NSN Optik in ein Joint Venture mit der Konkursmasse von Nortel einzubringen. Die unternehmerische Führung wäre mit einem Finanzinvestor beim ehemaligen Nortel-Management gelegen“, teilte der GBR heute in einem Schreiben mit.

Es überrascht, dass der GBR genau weiß, dass eine Ausgliederung der Optik-Sparte geplant war und darüber hinaus detaillierte Kenntnis hatte über die zukünftige unternehmerische Führung des neuen Joint Ventures. Die Belegschaft fragt sich da schon, warum der GBR es nicht für nötig gehalten hat, die Betroffenen über die bevorstehende Ausgliederung zu informieren, wenn NSN den Bieter-Wettstreit gewinnt. Die Frage tut sich auf: „Was weiß der GBR noch über die Zukunft von NSN und einzelner Bereiche und warum schweigt er?“

Proteste, wenn alles gelaufen ist, braucht die Belegschaft nicht. Widerstand macht nur im Vorfeld Sinn. Dieses Verhalten des GBR stärkt nicht das Vertrauen der Belegschaft.

Glücklicherweise (für die Mitarbeiter) hat NSN den Deal nicht gewonnen. Wären von dieser Ausgliederung weniger als 350 Mitarbeiter in Mch M betroffen gewesen, hätte der Arbeitgeber für diese keinen IA/SP verhandeln müssen. Wären sie in ein neu gegründetes Unternehmen übergegangen, dann wäre dieses in den ersten 4 Jahren nicht sozialplanpflichtig gewesen. Es ist kaum anzunehmen, dass ein Finanzinvestor, insbesondere wenn die Führung auch bei Nortel liegt, ausgerechnet die Arbeitsplätze in München erhalten hätte. Die Gefahr für die Mitarbeiter, ihren Arbeitsplatz zu verlieren – ohne Abfindung – wäre groß gewesen.