Doping am Arbeitsplatz

24.11.2009 von Inken Wanzek

Am 17.11.2009 waren auf ARTE erschütternde Beiträge über die Arbeitsbedingungen in Deutschland und Frankreich zu sehen. Das erschreckende dabei ist: Es handelt sich um keine Einzelfälle, sondern ist eine flächendeckende Erscheinung und zeigt sich quer über alle Branchen. Betrachtet wurden beispielsweise Krankhäuser, Banken, Atomkraftwerke, die IT- oder Marketing Branche.

Allein ist gemeinsam: Tagtäglich dopen sich Millionen von Berufstätigen mit Betablockern, Stimmungsaufhellern und Aufputschmittel, Neuro-Enhancer, um ihr Arbeitspensum zu schaffen oder den psychischen Druck am Arbeitsplatz standzuhalten.

All diese Mittel steigern die Konzentrationsfähigkeit, die Leistungsgrenzen werden künstlich nach oben geschoben, solange bis Körper, Geist und Seele des Menschen schlapp machen. Für viele endet dieser Weg in Abhängigkeit und Sucht bis hin zum völligen Zusammenbruch. Aus Angst ihren Job zu verlieren, riskieren die Menschen ihre Gesundheit.

Mehr als die Hälfte aller Arbeitnehmer ist inzwischen bereit, leistungssteigernde Mittel zu schlucken, so eine aktuelle Studie einer deutschen Krankenkasse. Ein erschreckend hoher Anteil.

Schnell, effektiv und flexibel, das Motto der heutigen Arbeitswelt, bringt eine kranke Gesellschaft hervor – und dies wird kaum wahrgenommen und doch kennen Millionen von Menschen diese Situation. Der Grund: Viele Menschen fühlen sich an ihrem Arbeitsplatz psychisch überfordert.

Daher wollen wir dieses Thema aufgreifen.