Nortels GSM Sparte geht an Ericcson und Kapsch

27.11.2009 von Inken Wanzek

Das Ausschlachten des insolventen Nortel-Konzerns geht weiter. Diesmal kam die GSM-Sparte unter den Hammer. Und wieder war es der schwedische Telkom-Ausrüster Ericsson, der zum Zug kam.

Ericsson erhielt zusammen mit der österreichischen Kapsch Carriercom AG den GSM- und Handy-Bereich des insolventen kanadischen Unternehmens Nortel. Während Ericsson den nordamerikanischen Teil des GSM-Geschäftes von Nortel übernimmt, erhält Kapsch den europäischen und asiatischen Teil (EMA = Europa, Naher Osten, Afrika). Nortel bezifferte die Transaktionssumme am Dienstag in einer Aussendung mit 103 Mio. Dollar (68,8 Mio. Euro) in Bar.

Mit dem Erwerb der GSM-Sparte kann Ericsson seine Marktposition in den USA weiter erheblich ausbauen, denn die großen Mobilfunk-Anbieter AT&T und T-Mobile USA zählen zu den wichtigsten Kunden Nortels.

Kapsch Carriercom übernimmt auch das weltweite GSM-R-Geschäft von Nortel. Laut Kapsch Carriercom-Vorstand Thomas Schöpf bedeutet das Geschäft den Aufstieg von Kapsch von einem regionalen Akteur zum Weltmarktführer im Bereich GSM-R (GSM-Railways). Dabei handelt es sich um ein digitales Funksystem, das speziell für die Eisenbahnen entwickelt wurde.

Rund 680 Mitarbeiter, ein Großteil der Angestellten, die in der GSM-Sparte von Nortel beschäftigt waren, werden nach Unternehmensangaben von Ericsson und Kapsch übernommen.

Behörden und Gerichte in Kanada und den USA müssen den Transaktionen noch zustimmen. Der Termin ist auf den 2. Dezember gesetzt. Die Übernahme soll voraussichtlich im ersten Quartal 2010 abgeschlossen sein.

Ob Nokia Siemens Networks mitgeboten hat, ist der Presse nicht zu entnehmen. Unabhängig davon hat sich mit der erneuten Übernahme von Teilen von Nortel die Konkurrenzsituation für NSN weiter verschärft.