Hält Siemens nur 30 Prozent am Joint Venture?

03.12.2009 von Christine Rosenboom

Siemens hat im Quartalsbericht (Q4/2009) für Nokia Siemens Networks einen Verlust von 328 Mio. Euro ausgewiesen. Wenn NSN ein 50:50 Joint Venture wäre, müsste der Gesamtverlust von NSN 656 Mio. Euro betragen. NSN wird bei Nokia voll konsolidiert, d.h. der Gesamtverlust wird bei Nokia bilanziert. Nokia wies aber für NSN in seinem Quartalsbericht Q3 2009 insgesamt minus 1,107 Mrd. Euro als „operating profit“, also als Verlust aus.

Der von Siemens angegebene Verlust beträgt prozentual 328 Mio. Euro / 1.107 Mio. Euro = 29,6 Prozent. Von Beginn des Joint Ventures an hat sich an diesem Verhältnis zwischen dem Siemens Anteil am Verlust zum bei Nokia ausgewiesenen Gesamtverlust nichts geändert. Das würde bedeuten, dass Siemens lediglich 30 Prozent der Anteile an Nokia Siemens Networks hält, Nokia jedoch 70 Prozent.

Der “Federal Antimonopoly Service of the Russian Federation” (russisches Kartellamt) veröffentlichte auf seiner Homepage eine Pressemitteilung von Nokia vom 27.03.2007. Dort ist zu lesen:

“The newly formed Nokia Siemens Networks B.V. company (the Netherlands) will be under direct control of Nokia Corporation which will own over 50% of voting shares of the statutory capital and therefore, the above Russian economic entities will be under its control.”

Diese Angabe von Nokia gegenüber der russischen Kartellbehörde bedeutet, dass Nokia bereits vor dem Start des Joint Ventures mit Siemens vereinbart hatte, dass Nokia eine Mehrheitsbeteiligung an NSN halten wird. Dies stützt die obige Rechnung.