IG Metall setzt bei NSN auf Kurzarbeit

03.12.2009 von Inken Wanzek

Auf der gestrigen IG Metall – Mitgliederversammlung wurde unter anderem über den zu erwartenden Personalabbau gesprochen. Der zweite Bevollmächtigte der IG Metall, Michael Leppek, betonte, dass weder GBR noch Aufsichtsrat über die angekündigten 7 bis 9 Prozent Personalabbau hinaus etwas wüssten. Die IG Metall geht davon aus, dass bis Januar noch kein Personalabbau stattfinden wird. Der Arbeitgeber hat das auch schon gesagt, denn er möchte die Umorganisation zum 1.1.2010, getrennt vom Stellenabbau durchführen.

Offensichtlich hat die IG Metall nun einen Taktikwechsel vollzogen. Die IG Metall will auf sozialverträgliche Lösungen (beE, Abfindungen auf freiwilliger Basis) verzichten. Sobald der Personalabbau konkret wird will sie stattdessen über Kurzarbeit mit gleichzeitigem Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen, ATZ und Weiterbildung verhandeln. Dazu spricht die IG Metall laut Leppek mit den finnischen Entscheidungsträgern von Nokia Siemens Networks, um diesen das deutsche Kurzarbeitermodell zu erläutern.

Die Frage stellt sich trotzdem, würde dieser Beitrag der Mitarbeiter auf Dauer wirklich ihre Arbeitsplätze erhalten, wenn man den Verlust von 1,107 Mrd. allein in einem Quartal (Q3 2009) betrachtet. Hinzu kommt die Tatsache, dass sowohl Nokia als auch Siemens durch die Abschreibungen tief in die roten Zahlen gezogen wurden.

Will man Kurzarbeit einführen, muss zuvor die Frage gelöst werden, wie vermieden werden kann, dass die ohnehin schon hohe Arbeitsbelastung weiter steigt. Überstunden dürfen in der Kurzarbeit nicht geleistet werden. Die Lösung kann auch nicht in der Beschäftigung von Consultants liegen, denn damit wäre der Einspareffekt durch die Kurzarbeit wieder dahin.

Kurzarbeit verhindert jedoch keine Ausgliederungen. Der Nachteilsausgleich für Ausgliederungen, insbesondere wenn anschließend ein Personalabbau oder Betriebsschließungen passieren, ist nach wie vor nicht geregelt.