Mini-Ausgliederungen bei der IT

05.12.2009 von Inken Wanzek

Wie erwartet, erfolgen die Ausgliederung scheibchenweise. Die IT dürfte lediglich der Vorreiter für den Versuch sein, NSN weiter zu verschlanken.

Etwa 17 IT Mitarbeiter sollen zu Accenture wechseln. Die Mitarbeiter werden jedoch nicht in das bestehende Unternehmen eingegliedert werden, sondern es wird für diese 17 (!) Mitarbeiter eigens ein eigenes Unternehmen und damit auch ein eigener Betrieb gegründet. Verschärft wird die Situation dadurch, dass ihre bisherigen Aufgaben ins Ausland verlagert werden. Die Kollegen sollen sich auf dem Accenture-internen Stellenmarkt neue Jobs suchen. Dies würde – wenn sie überhaupt eine Stelle finden – einen neuen Arbeitsvertrag bedeuten. Die Kollegen müssten nämlich dann in ein anderes Unternehmen wechseln.

Also hier ist klar zu erkennen, dass diesem Betriebsübergang, wenn man ihn überhaupt als solchen bezeichnen kann, die Attraktivität völlig fehlt. Die Entsorgungsstruktur dieser Ausgliederung ist unschwer zu erkennen.

Accenture wirbt auf ihrer Homepage mit dem Hinweis: „Manche Chancen springen nicht sofort ins Auge“. Wie wahr, werden die Betroffenen sagen. Für ihre Chancen brauchen sie wohl ein Rastermikroskop, um sie erkennen zu können.

Weitere Mitarbeiter aus Mch T sollen nach Wipro ausgegliedert werden. Hier werden sie zwar in das vorhandene Unternehmen integriert, aber auch hier soll ein eigener Betrieb für sie gegründet werden.

Ein Mitarbeiter soll zu Tieto in München übergehen. Dieser soll in den bestehenden Betrieb mit circa 70 Mitarbeitern übergehen.

Für die übergehenden Mitarbeiter wird es eine Überleitungsvereinbarung nach dem Muster “Trovicor/IS/Perusa” geben. Diese hat der Betriebsrat Mch T mit dem Arbeitgeber verhandelt. Der Sozialplan wirkt 3 Jahre nach. Beispielsweise gäbe es bei Entlassung im ersten Jahr 100% der Abfindung. Die Höhe der Abfindung ist identisch mit der des letzten Sozialplans im Falle eines Aufhebungsvertrags ohne beE. Weiter wurde eine anteilige Auszahlung des ERA-Anpassungsfonds zugesagt. Nicht erreicht werden konnte eine befristete Beschäftigungssicherung oder beschäftigungssichernde Auslastungs- oder Auftragsgarantien von NSN an die Erwerber wie damals bei TietoEnator (heute Tieto).

Der Sozialplan gibt zwar ein wenig Sicherheit, aber wiegt wohl die offensichtlich schlechten Zukunftsperspektiven bei einigen Erwerbern nicht auf. Wir werden sehen, wie die Mitarbeiter sich entscheiden.