Was haben NSN und eine Papierfabrik gemeinsam?

08.12.2009 von Inken Wanzek

Hoffnung, Durchhalteparolen vom NSN CEO, wie immer man es interpretieren möchte. Tatsache ist, die Fakten stehen dem Optimismus des NSN CEO entgegen und es ist nichts geschehen, das darauf hindeutet, das zu der Hoffnung berechtigt, dass NSN im Jahr 2010 aus der Talsohle herauskommt. Die Umorganisation kann es nicht sein, denn bis heute hat sich an den Prozessen nichts geändert.

Doch welche Anzeichen sind in diesen – den Fakten entgegenstehenden – Durchhalteparolen zu finden?

Betrachten wir einmal ein ganz anderes Unternehmen einer anderen Branche: Die Dachauer Papierfabrik. Sie wurde nach 145 Jahren ihres Bestehens Ende Juli 2007 geschlossen. Was geschah davor?

Nach der Übernahme einige Jahre zuvor durch den finnischen Konzern Myllikoski wurden von ursprünglich 1100 Mitarbeitern zunächst 600 abgebaut. Anschließend mussten aufgrund eines Ergebniseinbruches 2005 in einer Früh¬pensionierungs¬welle weitere 150 Arbeitnehmer gehen. In die Dachauer Papierfabrik wurde nichts mehr investiert, die Mitarbeiter arbeiteten mit veralteten Anlagen. Die Produktion wurde verlagert. Noch einen Monat vor der Bekanntgabe der Betriebsschließung versicherte der Geschäfts¬führer: „So lange in Dachau noch Geld verdient wird und die neue Papiermaschine in Tschechien noch nicht gebaut ist, bleibt Dachau erhalten.” Kurz darauf verloren die restlichen 350 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz.

Und immer wieder ist es zu beobachten. Bis zum Schluss gibt es optimistische Durchhalteparolen, die dem gefühlten Eindruck der Mitarbeiter und den auf dem Tisch liegenden Fakten widersprechen. Voraus geht wiederholter Stellenabbau, verteilt über mehrere Jahre. Die Mitarbeiterzahl der Betriebe sinkt auf ein bedenkliches Maß. Es wird gespart und nicht mehr investiert.

Daher: Glauben Sie Ihren eigenen Augen und Ohren, nicht den Be¬teuer¬ungen des Managements, dass keine solche Maßnahmen zu befürchten sind. Typisch ist, dass das Management bis kurz vor Schluss alles dementiert und eine positive Zukunft prophezeit, wie auch das Beispiel der MD-Papierfabrik zeigt.