Massiver Anstieg der Arbeitslosigkeit erwartet

14.12.2009 von Inken Wanzek

Wegen des schwächelnden Exports rechnet der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise mit einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Weise erwartet zwischen 4,1 und 4,2 Mio. Arbeitslose im kommenden Jahr. „Ein paar Branchen wird es hart treffen“, sagte Weise zu Spiegel Online. Betroffen seien vor allem Branchen, die vom Export abhängen, wie beispielsweise die Autoindustrie, im Handwerk und in der Bauindustrie sehe es dagegen recht gut aus.

Momentan seien Hunderttausende Arbeiter auf Kurzarbeit gesetzt, doch «das wird auf Dauer nicht durchzuhalten sein». Kurzarbeit sei für die Unternehmen letztlich teuer. Weise rechnet damit, dass die Krise das Problem der Langzeitarbeitslosigkeit noch weiter verschärfen werde. Durch die wachsende Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt sei die Krise daher „ein weiterer herber Rückschlag für jene, die ohnehin schon schwach sind“.

Durch die Senkung des Arbeitslosenbeitrags seien, so Weise, der Bundesagentur für Arbeit erhebliche Finanzmittel verloren gegangen. Mit den momentan verfügbaren Mitteln „können wir nur an der unteren Grenze haushalten“.

Gleichzeitig verteidigte er das Engagement der BA in Bildungsfragen. “Vorsorge ist preiswerter als Nachsorge”, erklärte er. „Die Tatsache, dass jedes Jahr 80.000 Jugendliche ohne Hauptschulabschluss bei uns in den Arbeitsagenturen erscheinen, spricht für sich. Allein für diese jungen Menschen zahlen wir Milliarden.“