NSN: Kallasvuo dementiert Verkaufsgerüchte

18.12.2009 von Inken Wanzek

In einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin Capital dementierte Chairman Olli-Pekka Kallasvuo Verkaufspläne zu Nokia Siemens Networks “Bei NSN ist die geschäftliche Lage nicht zufriedenstellend.” Das Management müsse sich intensiver um die Integration der von Nokia Networks und Siemens zusammengelegten Firmenteile kümmern. “Dabei hat man vielleicht nicht immer die operative Seite zu 100 Prozent im Blick gehabt”, sagte Kallasvuo. Auf die Frage, ob ein Verkauf von NSN nicht die beste Lösung sei, antwortete Kallasvuo unmissverständlich: “Es gibt keinen Grund, solche Spekulationen anzustellen. Absolut keinen.”

Der Grund dieses Dementis dürfte ein einfacher sein. Es dürfte sich kein Käufer für das desolate Unternehmen finden. Bereits im Oktober hieß es in Finanzkreisen: „“Ich kann mir nicht vorstellen, dass NSN im augenblicklichen Zustand einen Finanzkäufer interessiert.” Gleichzeitig empfahlen Analysten, sich so bald als möglich von NSN zu trennen. “Siemens sollte die erste gute Gelegenheit nutzen, ihren Anteil an Nokia Siemens Networks zu verkaufen”, sagte Andreas Willi von JP Morgan im Oktober.

Kallasvuo ging natürlich vor allem auf die Entwicklung von Nokia ein. Nokia stehe ein erheblicher Wandel bevor. „Wir müssen, das räume ich ein, beweglicher und schneller werden. Dazu haben wir jetzt unsere Konzernstrukturen umgebaut. Nokia braucht Wandel, Wandel, Wandel”, sagte Kallasvuo. Kallasvuo bekräftigte, dass die Versäumte Entwicklung im bereich Smartphones mit Touchscreens jetzt aufgeholt sei. “Sie werden ein Feuerwerk an neuen Touchscreen-Geräten bei uns sehen”, kündigt er an. Die größte Herausforderung für Nokia seien jedoch Software und Internet-Dienste betonte Kallasvuo. “Die Märkte für Computer, Handys und das Web verschmelzen.” Daraus habe Nokia frühzeitig die Konsequenzen gezogen. Noch gebe es “Defizite bei der Umsetzung”, aber daran werde gearbeitet.

Was heißt das für Nokia Siemens Networks vor allem in den Hochlohnländern? Wohl nicht mehr als eine Atempause über Weihnachten. Aus heutiger Sicht ist es kaum vorstellbar, dass Nokia und Siemens langfristig an dem Joint Venture festhalten – trotz aller Dementi. Die Zahlen sprechen anderes und zu deutlich klingt noch die Aussage von Joe Kaeser nach, dass NSN die Bilanz von Siemens nur noch zwei Jahre belasten wird.