Analyse: Fakten

06.01.2010 von Christine Rosenboom

Bei unserer Analyse der möglichen Zukunftsszenarien für NSN gehen wir von folgenden Fakten aus:

  1. Siemens passt die Beteiligung an NSN an aktuelle Geschäftsentwicklung an
    Auf unsere Frage „Plant Siemens einen Ausstieg aus dem Joint Venture Nokia Siemens Networks?“ antwortete die Siemens-Pressestelle am 8.10.2009: „Wir werden uns die Bewertung unserer Beteiligung an NSN sehr genau ansehen und sie gegebenenfalls an die aktuelle Geschäftsentwicklung – insbesondere vor dem Hintergrund des schwachen Geschäftsergebnisses von NSN in 2009 – anpassen. …“.
  2. Kaeser strebt Trennung von NSN an
    Joe Kaeser kündigte an, dass sich Siemens erst auf der Hauptversammlung zu NSN äußern werde. Er sagte: “Wir haben klar gemacht dass wir das Joint Venture nach Ablauf des Vertrages nicht übernehmen werden.” und bedauerte gleichzeitig, dass sich Siemens nicht komplett von den IT- und Telekommunikationsgeschäftsfeldern getrennt habe.
  3. NSN wird Siemens-Bilanz nur noch zwei Jahre belasten
    NSN, so Kaeser weiter, werde die Bilanz von Siemens noch zwei Jahre (also bis 30.9.2011) belasten.
  4. Nokia hat kein Interesse mehr an NSN
    Nokia Vorstandsmitglied und Chefstratege Anssi Vanjoki sagte am 29.11.2009 gegenüber der WirtschaftsWoche: „Wir müssen die Chance nutzen, Nokia völlig neu aufzustellen. Aus dem Hersteller von Mobiltelefonen wird ein Anbieter von Internet-Lösungen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass Nokia gestärkt aus dieser Transformation hervorgeht.“ „Das Wissen, das wir durch Nokia Siemens Networks über Mobilfunknetze sammeln, ist hilfreich, aber nicht zwingend notwendig“, sagte er.
  5. Siemens hat kein Interesse mehr an NSN
    Peter Löscher: „Es gilt der Grundsatz: Man muss bei den Innovationen führend sein. Und in der Telekommunikationstechnik haben wir in der Vergangenheit die Technologieführerschaft verloren und Wettbewerber unterschätzt. Das alles hat dazu geführt, dass wir heute im Prinzip nur noch finanziell an NSN beteiligt sind – die operative Führung im Joint Venture hat Nokia.“
  6. Suri sprach mit Siemens über die Zukunft von NSN
    Rajeev Suri sagte vor Journalisten in München „Wir haben die volle Unterstützung unserer Muttergesellschaften“
  7. Siemens und Nokia erklärten, sie seien in der Lage, NSN weiter finanziell zu unterstützen
    In einem Brief an die Kunden von Nokia Siemens Networks stellten Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo und der Siemens-Finanzchef Joe Kaeser klar, dass sie hinter ihrem 2007 gegründeten Gemeinschaftsprojekt stehen. Man habe erst vor kurzem Kapital beigesteuert und sei in der Lage, das auch in der Zukunft zu tun, hieß es.
  8. GBR will Kurzarbeit
    Nicht nur nach Aussage von Georg Nassauer auf der Betriebsversammlung in Berlin vom 8.12.2009, strebt der GBR eine Vereinbarung zur Kurzarbeit an. Es soll bereits Listen mit Mitarbeitern geben, die 100 Prozent Kurzarbeit machen, also ganz von der Arbeit freigestellt werden sollen.
  9. Mögliche Verlegung der Unternehmenszentrale von München nach Düsseldorf
    Angeblich soll die NSN-Zentrale von München nach Düsseldorf verlegt werden, da dort die ehemaligen Nokia-Teile angesiedelt sind. Der GBR soll darüber unterrichtet sein.
  10. Keine neuen Aufgaben für Deutschland geplant
    Darüber hinaus ist nach Aussage der Betriebsleitung Mch M nicht geplant, neue Aufgaben in Deutschland anzusiedeln.
  11. Standortoptimierungen geplant
    Die Kostenreduzierungen sollen, so die Betriebsleitung, unter anderem auch durch Standortoptimierung erreicht werden.