Analyse: Mitarbeiter ohne Arbeit und Kurzarbeit

07.01.2010 von Inken Wanzek

Bei der Nokia Siemens Networks GmbH & Co. KG am Standort Martinstraße sind viele Mitarbeiter ohne Arbeit. Diese könnten in Kurzarbeit geschickt werden. Es soll, wie vereinzelt zu hören ist, bereits Listen geben, auf denen Mitarbeiter für 100 Prozent Kurzarbeit aufgeführt sind. Damit würde die NSN GmbH & Co. KG, die einer der größten Kostenfaktoren im NSN Konzern sein dürfte, sofort Gelder einsparen.

Die Mitarbeiter ohne Arbeit würden zunächst ihren Arbeitsplatz behalten, auch wenn sie mit gehaltlichen Einbußen rechnen müssen. Doch damit ist nicht gesagt, dass das Schicksal dieser Mitarbeiter sich dauerhaft zum Positiven wendet, denn Arbeiten, die bereits in Niedriglohnländer abgewandert sind oder während der Kurzarbeit verstärkt abwandern könnten, werden nicht zurückkehren. Da nach Aussage der Betriebsleitung auch nicht vorgesehen ist, neue Aufgaben in München anzusiedeln, werden diese Mitarbeiter auch nach Abschluss der Kurzarbeit keine Arbeit haben.

Hier ist die Frage zu stellen, ob im Rahmen der Umorganisation nicht die Spreu vom Weizen getrennt werden soll. Der Arbeitgeber könnte hier leicht Abteilungen schaffen, die für eine spätere Kurzarbeit vorgesehen sind und andere, die das operative Geschäft zunächst weiterführen sollen. Es kann natürlich leicht passieren, dass aufgrund der Kurzarbeit die Kapazitäten für die vorhandenen Aufgaben nicht mehr ausreichen und dies die Abwanderung von Aufgaben ins Ausland beschleunigt.