Siemens: Positive Geschäftsentwicklung und Stellenabbau

26.01.2010 von Inken Wanzek

Siemens kam erstaunlich gut aus der Wirtschaftkrise heraus. Das Ergebnis der drei Sektoren Industrie, Energie und Gesundheit stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11 Prozent auf 2,255 Milliarden Euro, wie Siemens in München vor Beginn der Hauptversammlung mitteilte. Zur Überraschung von Analysten blieb im Quartal von Oktober bis Dezember unterm Strich ein Gewinn von 1,531 Milliarden Euro und damit fast ein Viertel mehr als im Vorjahresquartal. „Das Ergebnis des abgelaufenen Quartals ist eine erfreuliche Momentaufnahme“, sagte Löscher. „Nur durch unser sehr frühzeitiges Handeln gelingt es uns heute, die anhaltenden Auswirkungen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise abzufedern.

Zwar sank im Vergleich zum Vorjahresquartal der Umsatz um 12 Prozent auf 17,352 Milliarden Euro, der Auftragseingang brach um 15 Prozent auf 18,976 Milliarden Euro ein, aber Siemens verbuchte mehr Neuaufträge als noch im letzten Quartal 2009. „Verglichen mit den Vorquartalen sehen wir eine Stabilisierung des Auftragseingangs, allerdings auf einem niedrigeren Niveau“, sagte Löscher. Getragen sei die Stabilisierung von Großaufträgen. Der Auftragsbestand lag Ende Dezember bei 83 Milliarden Euro. „Er wirkt wie ein Stabilitätsanker in unruhiger See“, erklärte Löscher.

Für das Gesamtjahr bestätigte Siemens seinen verhaltenen Ausblick und rechnet mit weniger Umsatz und operativem Gewinn als 2009. „Die Krise ist noch nicht vorbei. Auch wenn wir mit unserem ersten Quartal zufrieden sein können, wir bleiben vorsichtig“, sagte Löscher. „Zum Halbjahr, also auf halber Wegstrecke, werden wir unsere Prognose überprüfen“, kündigte er aber zugleich an. Denn im ersten Quartal hat Siemens schon fast ein Drittel des für 2010 angepeilten operativen Gewinns von bis zu 6,5 Milliarden Euro eingefahren. Siemens verdiente fast ein Viertel mehr als im Vorjahresquartal.

Löscher plant dennoch Stellenabbau in schwachen Sparten. Für „spezifische Geschäfte und einzelne Standorte“ seien trotz Kurzarbeit „Anpassungsmaßnahmen unumgänglich“, kündigte Löscher an.

Man werde mit den Betriebsräten am kommenden Donnerstag „eine Reihe punktuell notwendiger Maßnahmen“ besprechen und danach Mitarbeiter und Öffentlichkeit informieren. „Wo immer sich Brücken zur Überwindung von Nachfrage-Tälern bauen lassen, gehen wir diesen Weg“, sagte Löscher.