Siemens-Stellenabbau: Selbst ist der Mitarbeiter

31.01.2010 von Inken Wanzek

Die Politik ist hilflos, Siemens will die “sozialverträglichen” Lösungen. Was also bleibt den vom Stellenabbau betroffenen Mitarbeitern, sei es in Bad Neustadt, Erlangen oder anderswo? Sie müssen ihre Sache selbst in die Hand nehmen.

Demonstrationen und Öffentlichkeit sind das eine, der bewusste Umgang mit der Situation ist das andere. Hier gilt das Gleiche wie für die NSN-, SEN- oder andere Mitarbeiter, die auf dem Stellenabbau-Karussel sitzen: Festhalten.

Und wie geht das?

  1. Nicht in Panik geraten, Angst überwinden, in dem man sich über seine Rechte informiert, und den Verstand einschalten. Dazu hilft: Miteinander über die Ängste, die jeder hat, reden.
  2. Die eigene finanzielle Situation und die Chancen auf dem Arbeitsmarkt überprüfen. Dabei sollte man die Wirtschaftskrise berücksichtigen. Die Abfindung, Vorruhestandsregelungen etc. auf die persönliche Situation abbilden. Kommt man über die Runden oder bedeutet die Annahme eines solchen Angebots, den eigenen Ruin. Rechnen sollte man mit Nettobeträgen, denn nur dieses Geld hat man tatsächlich zur Verfügung.
  3. Falls das Unternehmen betriebsbedingte Kündigungen androht, wenn man keines Ihrer “sozialverträglichen” Angebote annimmt, dann sollte man unbedingt seine Chancen in einem Kündigungsschutzprozess überprüfen. In vielen Fällen ist die Chance, einen solchen Prozess zu gewinnen sehr hoch. Viele Mitarbeiter haben tariflichen Kündigungsschutz oder Jubilarschutz. Auch im Mutterschutz oder in Elternzeit kann man nicht gekündigt werden.
  4. Lernen, dass man zu Aufhebungsverträgen und Beschäftigungsgesellschaft „Nein“ sagen kann. Man sollte dies klar, deutlich und bestimmt tun. Sollte der Arbeitgeber ständig zu Personalgesprächen bitten, kann man weitere, wenn man klar Nein gesagt hat, ablehnen. Dies besagt die Rechtssprechung.
  5. Jeder Mitarbeiter hat das Recht zu einem Personalgespräch den Betriebsrat seines Vertrauens mitzunehmen und sollte davon auch Gebrauch machen.

Wo kann man Information finden?

Beispielsweise auf www.nci-net.de unter „Stellenabbau“ oder zusammengefasst im Buch „Arbeitsplatz in Gefahr – Das sind Ihre Rechte.

Unwissen hilft nur dem Arbeitgeber. So leicht sollte man es ihm nicht machen, finde ich jedenfalls.