Ausgliederung zu Wipro und Accenture gescheitert

02.02.2010 von Inken Wanzek

34 Mitarbeiter der IT in der Tölzerstraße sollten zu Wipro (18) und Accenture (16) ausgegliedert werden. Am 25.11.2009 hatte der Betriebsrat Mch T die Überleitungsvereinbarung unterzeichnet. Seit 1.1.2010 gehören diese Mitarbeiter inzwischen zum Betrieb Martinstraße.

Bis auf einen Kollegen haben alle von der Ausgliederung betroffenen Mitarbeiter dem Betriebsübergang nach §613a BGB widersprochen.

Vorher gab es eine Informationsveranstaltung zum Übergang. Auf dieser wurde den Betroffenen erklärt, welche Folgen ein Widerspruch für sie haben könnte. Beispielsweise würden diese in einer Abteilung mit einem neuen Vorgesetzten an einem anderen Ort zusammengefasst werden, man würde darüber nachdenken, ob sie Abfindungen angeboten bekämen. Auch 100 Prozent Kurzarbeit würde eventuell in Erwägung gezogen werden. Die Kollegen ließen sich jedoch nicht einschüchtern und blieben bei ihrer Entscheidung.

Die Gründe für ihren Widerspruch sind einfach nachvollziehbar. Kollegen, die zu Wipro überwechseln sollten, wurde mitgeteilt, dass ihre Aufgaben nicht in Deutschland bleiben, sondern nach Indien verlagert werden würden. Für die übergehenden NSN-Mitarbeiter müssten erst neue Aufgaben gefunden werden. Dazu sei es erforderlich zunächst neue Kunden zu akquirieren. Das Pikante daran, diese Kollegen sollten, wie das so üblich ist, in einen eigenen Betrieb ausgegliedert und nicht in einen bestehenden Wipro-Betrieb integriert werden. Den Kollegen war schnell klar, dass die Kombination eigener Betrieb und keine Arbeit höchstwahrscheinlich über kurz oder lang eine Betriebsschließung zur Folge haben würde.

Mitarbeiter, die zu Accenture gehen sollten, drohte Ähnliches. Für sie sollte sogar ein eigenes Unternehmen, eine GmbH, gegründet werden. Hier bestand also die Gefahr einer Betriebsschließung oder einer Insolvenz. Bei Accenture ist es üblich, bei Wechsel von einem Accenture-Unternehmen zu einem anderen einen neuen Arbeitsvertrag zu unterzeichnen, d.h. die Kollegen hätten all ihre Besitzstände, die nach §613a BGB übergegangen wären, verloren, falls sie überhaupt einen neuen Arbeitsplatz in einem anderen Konzernunternehmen gefunden hätten. Am einschneidendsten dürfte der Verlust der Betriebszugehörigkeit sein. Im Falle von betriebsbedingten Kündigungen würden sie zu den ersten zählen, die gekündigt werden könnten.

Man hat versucht einige Mitarbeiter mittels Begrüßungsgeld von etwa einem Monatsgehalt zu locken. Doch dies reichte natürlich nicht aus, um eine unsichere Zukunft bei NSN gegen eine noch unsicherere bei Wipro oder Accenture einzutauschen. Bei Alcatel-Lucent hat man von Ausgliederung betroffenen Mitarbeitern wenigstens 16 Monatsgehälter geboten, damit sie mitgehen, was manche trotzdem nicht getan haben.