Siemens investiert kräftig in Indien

05.02.2010 von Inken Wanzek

In seiner Rede auf der diesjährigen Siemens Hauptversammlung hatte es der Siemens Vorstandsvorsitzende Peter Löscher schon angekündigt. Die Welt werde sich nach der Krise deutlich von der Welt vor der Krise unterscheiden. Dabei spielte er auf Länder wie Brasilien, Indien, China und die Golfregion an. „Experten schätzen“, so Löscher, „dass allein aus diesen Ländern während der nächsten fünf Jahre die Hälfte des globalen Wirtschaftswachstums kommen wird.“

Gesagt, getan. Siemens strebt an in Indien seinen Marktanteil auf 10 Prozent zu verdoppeln.

Löscher hat bei einer Vorstandssitzung des Konzerns in Neu Delhi angekündigt mehr als 250 Mio. Euro in Indien zu investieren. Dies entspricht einer Verdopplung des jährlichen Investitionsvolumens. Erwartet wird ein Umsatz von 1 Milliarde.

Mit dem Geld sollen sechs neue Kompetenzzentren mit Design-, Entwicklungs-, Fertigungs- und Vertriebsabteilungen aufgebaut werden. Dort sollen Produkte des mittleren Preissegments entwickelt und gefertigt werden.

Die Zahl der Siemens-Mitarbeiter in Indien soll von derzeit 17.000 auf voraussichtlich 25.000 im Jahr 2012 steigen. “Wir haben die Produkte und Lösungen, die das Land braucht, und wollen unsere Präsenz als grüner Infrastrukturanbieter in Indien weiter ausbauen.”

In Deutschland dagegen soll ein massiver Stellenabbau von knapp 2000 Arbeitsplätzen erfolgen. Besonders stark betroffen ist die fränkische Region. Dort herrscht ohnehin Mangel an Arbeitsplätzen.

Für die Mitarbeiter von Nokia Siemens Networks zeigt dies, dass sich auch in der Telekommunikation der Trend in Indien und anderen asiatischen Ländern zu investieren und im Gegenzug in Europa Stellen abzubauen, sich verstärken wird, insbesondere da der CEO von NSN, Rajeev Suri Inder ist.