Weiterer „Anpassungsbedarf“ bei NSN

11.02.2010 von Inken Wanzek

Siemens CFO, Joe Kaeser, äußerte sich gestern der Börsen-Zeitung gegenüber über weitere Restrukturierungsmaßnahmen in den Geschäftsfeldern der Siemens AG und Unternehmen mit Siemensbeteiligungen. Darunter ging er kurz auf den Börsengang von SIS und die “Anpassungsmaßnahmen” bei Nokia Siemens Networks ein.

Sparten der Siemens AG

Beim Umbau der Industriesparte, so Kaeser, gebe es aus derzeitiger Sicht keinen weiteren akuten Handlungsbedarf beim Umbau des Bereichs. Siemens möchte 2000 Stellen in der Industriesparte streichen. Der Industriesektor, so Kaeser weiter, werde aber frühestens 2011 wieder das Marktniveau vor der Krise erreichen. Auch hätten die Bereiche wie Building Technologies und Industrial Solutions die Talsohle noch nicht erreicht, so Kaeser. Weitere Restrukturierungsmaßnahmen sind hier also nicht ausgeschlosssen. Der Energiesektor dagegen habe sich als robust erwiesen.

In anderen Bereichen schloss Siemens Anpassungen nicht aus. Kaeser gab an, dass der Großteil der Umstrukturierungskosten in diesem Jahr jedoch nicht aus dem Industriesektor kommen werde.

SIS

Zur Zukunft von SIS sagte Kaeser: “Wir haben auch außerhalb der drei Sektoren einige Geschäfte, bei denen Neuordnungen anstehen, wie etwa bei der IT-Dienstleistungssparte SIS.” Ein möglicher Börsengang von SIS sei 2012 wahrscheinlicher als schon im nächsten Jahr.

Nokia Siemens Networks

Darüber hinaus habe, so Kaeser weiter, Nokia beim Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks weiteren Anpassungsbedarf angemeldet. Langfristig müsse sich Siemens aber überlegen, ob der Konzern noch in den Telekommunikationsgeschäften beteiligt sein müsse. “Die Belastungen dürften in den nächsten Quartalen kommen, einige bereits im laufenden Quartal”, sagte Kaeser.

Damit hat Joe Kaeser sich bereits ein zweites Mal deutlich von Nokia Siemens Networks distanziert. Und er wurde noch deutlicher und konkreter als bisher. „Belastungen“ und darunter dürfte in erster Linie Stellenabbau bis hin zu Betriebsschließungen fallen, sind noch in diesem Jahr zu erwarten, einige wohl in den nächsten Wochen, denn das laufende Quartal endet Ende März.

Weiterhin scharfer Wind

Die Mitarbeiter in den Unternehmensbeteiligungen von Siemens müssen also weiter auf scharfen Wind einstellen, insbesondere wenn man sich noch einmal Kaesers Aussage vor Augen führt, dass der Großteil der Umstrukturierungskosten in diesem Jahr nicht aus dem Industriesektor mit einem Abbau von 2000 Mitarbeitern kommen werde. Die Frage drängt sich auf: Wie viele Arbeitsplätze umfasst der „Großteil der Umstrukturierungskosten“? Dies lässt nichts Gutes ahnen.