Ganswindt wegen Korruption angeklagt

22.02.2010 von Inken Wanzek

In der Siemens-Schmiergeldaffäre hat die Münchner Staatsanwaltschaft Anklage gegen den früheren Vorstand Thomas Ganswindt erhoben, der von 2004 bis 2006 im damaligen Zentralvorstand für den Telekommunikationsbereich zuständig war. Ganswindt werde unter anderem Korruption vorgeworfen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Ein Bußgeldbescheid sei bereits rechtskräftig, zur Höhe der Forderung machte der Sprecher keine Angaben.

Parallel zu strafrechtlichen Ermittlungen hatte Siemens im Januar Ganswindt und den früheren Finanzvorstand Heinz-Joachim Neubürger auf die Zahlung von insgesamt 20 Millionen Euro verklagt, da sie im Gegensatz zu anderen Mitgliedern der damaligen Siemens-Fürhungsspitze im Schadensersatzstreit nicht einlenkten.

Gegen den früheren Siemens-Vorstand Jürgen Radomski verhängte die Staatsanwaltschaft bereits einen ersten Bußgeldbescheid. Radomski muss drei Millionen Euro zahlen. Die zivilrechtliche Einigung mit Siemens sei bei dem Bußgeldbescheid zu Radomskis Gunsten berücksichtigt worden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Ihm wurde Verstoß gegen die Sorgfaltspflicht vorgeworfen. Nach Einschätzung der Ermittler hätte der Ex-Manager erkennen müssen, dass zwischen März und August 2003 Finanzmittel “auf dubiosem Wege” nach Dubai geschafft worden waren, “die zu illegalen Zwecken verwendet wurden”.