Kurzarbeit steht auch in der Entwicklung an

02.03.2010 von Inken Wanzek

Alle Führungskräfte von NSN in ganz Deutschland wurden mit einer E-Mail aufgefordert, den aktuellen Stand der Gleitzeitkonten ihrer Mitarbeiter sowie die Resturlaubstage bis zum 5.2.2010 zu erfassen. Die Gleitzeitkonten sollen, so die Anweisung, auf ein Minimum reduziert, der Resturlaub definitiv bis zum 31.3.2010 abgebaut werden. Grund sei, dass „für beide Positionen finanzielle Rückstellungen“ gebildet werden müssten. Dies mutet etwas merkwürdig an, denn das hatten wir ja noch nie. Mussten Siemens und NSN früher keine solchen Rückstellungen bilden? Oder warum haben wir das früher nie melden müssen? Resturlaub muss laut Tarifvertrag ohnehin bis spätestens 31.3.2010 genommen sein. Man erfasst also etwas selbstverständliches mit großem Aufwand.

Weiter heißt es in der E-Mail:

Hinzu kommt, dass wir – für den Fall, dass wir an einzelnen Standorten in Deutschland tatsächlich Kurzarbeit einführen – die Gleitzeitkonten abgebaut haben müssen. Wir benötigen daher nun dringend einen Überblick über den Gleitzeitkontostand all Eurer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Deutschland …

Das dürfte es dann wieder eher treffen.

Passend zum Thema: Durch die Auftragslage im Werk Berlin SD, wurde dort bereits im Mai 2009 Kurzarbeit eingeführt. Die Betriebsleitung hat nun in der letzten Woche dem NSN-Betriebsrat Berlin SD mitgeteilt, dass die Kurzarbeit auch auf Entwicklungsbereiche am Berliner Standort ausgedehnt werden soll. Der Betriebsrat hat dazu bereits auf seiner Sitzung am 25.2.2010 eine Verhandlungskommission gebildet.

Das Ergebnis der Einführung der Kurzarbeit, so der Berliner Betriebsrat, darf nicht sein, dass in einigen Dienststellen die Arbeit weiter verdichtet wird, während in anderen Dienststellen Mitarbeiter auf Kurzarbeit „Null“ gesetzt werden.